Menachot — Blatt 81a

1darf man denn von vornherein [ein Opfer] als Überschuß absondern!?

2R. Jiçḥaq b. Šemuél b. Martha saß vor R. Naḥman und sprach: Mag er doch ein Vieh und das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und es sei auf dieses eingetauscht!?

3Dieser erwiderte: Sage, Meister, die vierzig auf seine Schulter, und dies sollte zulässig sein!?

4Als einst U͑la erkrankte, besuchten ihn Abajje und die Jünger; da ließen sie sich nieder und sagten: Wenn dem so ist, wie R. Joḥanan sagt, daß es heilig ist, wenn es sichaußerhalb der Mauer des Tempelhofes befindet, so mag man doch das Brot außerhalb des Tempelhofes niederlegen und sprechen: ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei dies das Brot dazu, wenn aber nicht, so sei es profan!? –

5Viersind ja zu schwingen, wie sollte man es machen: schwingt man sie außerhalb, so heißt es ja:vor dem Herrn, und wenn innerhalb, so bringt man ja Profanes in den Tempelhof; dies ist somit nicht möglich.

6R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Wenn dem so ist, wie Ḥizqija sagt, daß nämlich vierzig von den achtzig heiligsind, so mag er doch ein Vieh und achtzig [Kuchen] bringen und sprechen: ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei auch dieses ein Dankopfer und diese achtzig [Kuchen] für beide, und ist das lebende das Eingetauschte, so sei das andere das Dankopfer und dieses das Brot dazu, und vierzig von den achtzig mögen heilig sein. –

7Man beschränkt dann den Genuß der [anderen] vierzig.

8R. Aši sprach zu R. Kahana: Wenn dem so ist, wie R. Joḥanan sagt, daß, wenn man ein trächtiges [Vieh] als Sündopfer abgesondert und es geworfen hat, man beliebig durch dieses oder das Junge Sühne erlangen könne, mag er doch ein trächtiges Vieh bringen, warten bis es geworfen hat, und dazu achtzig [Kuchen] bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so seien dieses und das Junge das Dankopfer und die achtzig für beide, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei auch das andere ein Dankopfer und die achtzig für beide, und das [Junge] gelte als Überschuß des Dankopfers!?

9Dieser erwiderte: Wer sagt uns, daß R. Joḥanan der Ansicht ist, man könne [das Junge] zurücklassen, vielleicht kann man es nichtzurücklassen, und der GrundR. Joḥanans ist, weil man durch den Zuwachs des Geheiligten Sühne erlangen könne.

10Einst kam Rabina nach Damharja; da sprach R. Dimi, Sohn des R. Hona, aus Damharja zu Rabina: Mag er doch ein Vieh bringen und sprechen: ich nehmeauf mich, sodann ein anderes Viehund achtzig [Kuchen] bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so seien diese beiden Dankopfer und die achtzig [Kuchen] für diese, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei jenes, von dem ich gesagt habe: ich nehme auf mich, ebenfalls ein Dankopfer und die achtzig [Kuchen] für beide, und das andere sei zur Sicherheit.

11Dieser erwiderte: Die Tora sagt:besser du gelobst nicht, als daß du gelobst und nicht hältst, und du sagst, daß er von vornherein gelobensoll.

12SAGTE JEMAND, ER NEHME AUF SICH [DIE DARBRINGUNG] EINES DANKOPFERS, SO BRINGE ER DIESES UND DAS BROT DAZU VON PROFANEM;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.