Menachot — Blatt 84a
1hinsichtlich des inländischen aber stimmen alle überein, daß die Schwingegarbe und die zwei Brote nur aus dem inländischen tauglich sind, nicht aber aus dem ausländischen,
2also nicht nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Die Schwingegarbe darf aus dem ausländischen dargebracht werden, und der Schriftvers:wenn ihr in das Land kommt, lehrt, daß sie bis zu ihrem Einzuge in das Land zur [Darbringung der] Schwingegarbe nicht verpflichtet waren.
3Er ist der Ansicht, das Verbot des neuen [Getreides] außerhalb des Landes sei aus der Tora; unter aus euren Wohnorten ist zu verstehen, wo ihr auchwohnt, und unter wenn ihr kommt ist die Zeit des Kommenszu verstehen, und da dies aus der Tora ist, so darf man sie auch darbringen.
4Dort haben wir gelernt: Die Wächter, die den Nachwuchs im Siebentjahrebewachen, erhalten ihren Lohn aus der Hebedes Tempelschatzes.
5Rami b. Ḥama richtete an R. Ḥisda folgenden Einwand: Wir haben gelernt, die Wächter des Nachwuchses erhalten im Siebentjahre ihren Lohn von der Hebe des Tempelschatzes, und dem widersprechend wird gelehrt:zum Essen, nicht aber zum Verbrennen!?
6Dieser erwiderte: Die Schrift sagt:für eure Generationen, und du sagst, daß man es unterlasse!?
7Jener entgegnete: Sage ich etwa, daß man es unterlasse, man kann sie ja vom vorjährigen bringen!? – Es muß frische Frucht sein, was dann nicht der Fall ist. –
8Man kann sie ja von der frischen Frucht des Vorjahres bringen!? – Die Schrift sagt:frische Frucht sollst du bringen, es muß bei der Darbringung frische Frucht sein, was dann nicht der Fall ist.
9Es wurde gelehrt: R. Joḥanan erklärte:Frische Frucht sollst du bringen. R. Elea͑zar erklärte: Das erste eurerErnte, nicht aber das letzte eurer Ernte.
10Rabba wandte ein:Wenn du das Speisopfer der Erstlinge darbringst, die Schrift spricht vom Speisopfer der Schwingegarbe; diese wird aus Gerste gebracht. Du sagst, aus Gerste, vielleicht ist dem nicht so, sondern aus Weizen?
11R. Elie͑zer erwiderte: [Vom Getreide] in Miçrajimheißt es reife Frucht und von dem der späteren Generationenheißt es reife Frucht, wie an jener Stelle unter reife Frucht Gerste zu verstehen ist, ebenso ist auch die reife Frucht der späteren Generationen aus Gerste zu bringen.
12R. A͑qiba erwiderte: Wir finden, daß ein einzelner Pflichtopfer aus Weizen und Pflichtopfer aus Gerste bringt, und ebenso bringt auch die Gemeinde Pflichtopfer aus Weizen und Pflichtopfer aus Gerste, und wenn du sagen wolltest, aus Weizen, so kommt es ja nicht vor, daß die Gemeinde Pflichtopfer aus Gerste bringt.
13Eine andere Erklärung: Wenn du sagen wolltest, die Schwingegarbe werde aus Weizen dargebracht, sind die zwei Brotekeine Erstlinge mehr. Demnach erfolgt diesaus dem Grunde, weil sie Erstlinge sein müssen. Eine Widerlegung.
14Dort haben wir gelernt: Die Erstlingewerden nur von den sieben Artengebracht,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.