Menachot — Blatt 85a
1gegen R. Joḥanan aber ist dies ja ein Einwand!? –
2[Hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Von dem, was auf einem Dache oder in einer Ruine [wächst], bringe man [die Erstlinge] und lese darüber [den Abschnitt], von dem, was in einem Pflanzentopfe oder auf einem Schiffe [wächst], bringe man überhaupt nicht.
3ALLE ABER SIND NUR VOM BESTEN DARZUBRINGEN &C. Joḥana und Mamresprachenzu Moše: Du bringst Stroh nach Ḥapharajim! Er erwiderte ihnen: Die Leute pflegen zu sagen: bringe Gemüse nach der Gemüsestadt.
4MAN BRINGE SIENICHT VON EINEM DUNG-, EINEM BEWÄSSERUNGS- ODER EINEM MIT BÄUMEN BEPFLANZTENFELDE; HAT MAN SIE GEBRACHT, SO SIND SIE TAUGLICH.
5WIE VERFAHRE MAN DABEI? EIN JAHR BRACHE MAN ESUND DAS ANDERE JAHR, SIEBZIG TAGE VOR DEM PESAḤFESTE, BESTELLE MAN ES; DANN BRINGT ES REICHLICH FEINMEHL.
6WIE UNTERSUCHT ERES? DER SCHATZMEISTER STECKT DIE HAND HINEIN, UND WENN STAUB VORHANDEN IST, SO IST ES UNTAUGLICH, BIS MAN ES ABERMALS GESIEBT HAT;
7IST ES MADIG, SO IST ES UNTAUGLICH.
8GEMARA. WIE VERFAHRE MAN DABEI? EIN JAHR BRACHE MAN ES &C. Sie fragten: Wie ist dies zu verstehen: daß man es ein Jahr brache und das andere brache und bestelle, oder daß man es ein Jahr brache und das andere bestelle, ohne es gebracht zu haben? –
9Komm und höre, es wird gelehrt: R. Jose sagte: Man würde auch den Weizen aus Chorazin und Kepar Aḥimgeholt haben, wenn diese nahe Jerušalem wären. Man bringe nämlich die Schwingegarbe nur von südlichenFeldern, die zu diesem Zwecke gebracht worden sind, auf die die Sonne beim Aufgange und beim Untergange fällt.
10Wie verfahre man dabei? Ein Jahr brache man es und das andere Jahr pflüge man es, wiederhole dies und bestelle es siebzig Tage vor dem Pesaḥfeste, damit es der Sonneam nächsten sei; sodann erreichen die Halme eine Spanne und die Ähren zwei Spannen.
11Hierauf mähe, garbe, dresche, worfle, klaube, mahle, siebe und bringe man es zum Schatzmeister; dieser steckt dann die Hand hinein, und ist Staub vorhanden, so sagt er, daß man es abermals siebe. Im Namen R. Nathans sagten sie: Der Schatzmeister beschmiert seine Hand mit Öl und steckt sie hinein, bis er den ganzen Staub herausholt.
12Hier lehrt er also, daß man es pflüge und dies wiederhole. –
13Nach deiner Auffassung [ist ja einzuwenden:] die Mišna lehrt nicht, daß man dies wiederhole,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.