Menachot — Blatt 87b

1und mit dem gestrichenen maß man das Pfannengebäck des Hochpriesters.

2Die Weisen sagen, da gab es nur ein I͑saron, denn es heißt: und ein I͑saron für das eine Lamm, und [die Worte] ein I͑saron, ein I͑saron schließen das halbe I͑saron ein. –

3Woher entnimmt R. Meír das halbe I͑saron? – Er entnimmt dies aus: und ein I͑saron. – Und die Rabbanan!? – Sie legen das und nicht aus. –

4Wofür verwendet R. Meír [die Worte] und ein I͑saron für das eine Lamm!? – Dies deutet darauf, daß man nicht mit einem drei [I͑saron] fassenden [Gefäße] für einen Farren und einem zwei fassenden für einen Widder messe. –

5Und die Rabbanan!? – Sie entnehmen es vom Punkte. Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte: Worauf deutet der Punkt auf dem Vav in der Mitte [des Wortes] I͑saron, das beim ersten Tage des [Hütten]festes vorkommt? Daß man nicht mit einem drei fassenden für einen Farren oder einem zwei fassenden für einen Widder messe. – Und R. Meír!? – Er verwendet die Punkte nicht zur Schriftforschung.

6WOFÜR DIENTE DAS HALBE I͑SARON? DAMIT MASS MAN DAS PFANNENOPFER DES HOCHPRIESTERS.

7Maß man es denn damit, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: das Pfannenopfer des Hochpriesters wurde nicht geteiltgebracht, vielmehr brachte er ein ganzes I͑saron und teilte es!?

8R. Šešeth erwiderte: Unter ‘maß’ ist zu verstehen, man teilte es damit.

9Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: War das halbe I͑saron nach R. Meír gehäuft oder gestrichen? –

10Dies sollte dir ja auch nach den Rabbanan fraglich sein!? –Nach den Rabbanan ist es auch hinsichtlich des I͑saron fraglich, ob dieses gehäuft oder gestrichen war.

11Dieser erwiderte: Aus den Worten R. Meírs ist dies inbezug auf R. Meír, und ebenso ist dies aus den Worten R. Meírs inbezug auf die Rabbanan zu entnehmen;

12R. Meír sagt, das I͑saronsei gestrichen gewesen, demnach war auch das halbe I͑sarongestrichen, und da es nach R. Meír gestrichen war, so war es auch nach den Rabbanan gestrichen.

13Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Womit wird das Pfannenopfer des Hochpriesters in Kuchen geteilt, mit der Hand oder mit einem Geräte? – Selbstverständlich mit der Hand, sollte man denn eine Wage in das Heiligtum bringen!? –

14Bringe man doch! – Da diesunter den Flüchen genannt wird, so ist es keine Art.

15Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Heiligt der Tisch die Haufendurch seine Fläche: heiligt er, wie er die Brote heiligt, auch diese, oder heiligt er nur das, was für ihn geeignetist, nicht aber das, was für ihn nicht geeignet ist? Dieser erwiderte: Er heiligt nicht. –

16Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, nach demjenigen, welcher sagt, es seien zweieinhalb Handbreitenaufgeschlagen worden, ergebe es sich, daß der Tisch fünfzehn Handbreiten nach oben heilige, und nach demjenigen, welcher sagt, es seien zwei Handbreiten aufgeschlagen worden, ergebe es sich, daß der Tisch zwölf Handbreiten nach oben heilige!?

17Dieser erwiderte: Er heiligt nicht, um dargebracht werdenzu dürfen, sondern um untauglich werdenzu können.

18SIEBEN FLÜSSIGKEITSMASSE GAB ES IM HEILIGTUME: EIN HIN, EIN HALBES HIN, EIN DRITTEL HIN, EIN VIERTEL

19HIN, EIN LOG, EIN HALBES LOG UND EIN VIERTEL LOG.

20R. ELEA͑ZAR B. R. ÇADOQ SAGT, DAS HIN HATTE KERBEN: SO WEIT FÜR EINEN FARREN, SO WEIT FÜR EINEN WIDDER, SO WEIT FÜR EIN LAMM.

21R. ŠIMO͑N SAGTE: DA GAB ES KEIN HIN, WOFÜR SOLLTE ES DENN DIENEN? VIELMEHR GAB ES DAEIN WEITERES, ANDERTHALB LOG FASSENDES MASS, MIT DEM DAS SPEISOPFER DES HOCHPRIESTERSGEMESSEN WURDE, ANDERTHALB LOG MORGENS UND ANDERTHALB LOG ABENDS.

22GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sieben Flüssigkeitsmaße gab es im Heiligtume: ein Viertel Log, ein halbes Log, ein Log, ein Viertel Hin, ein Drittel Hin, ein halbes Hin und ein Hin – so R. Jehuda. R. Meír sagt: ein Hin, ein halbes Hin, ein Drittel Hin, ein Viertel Hin, ein Log, ein halbes Log und ein Viertel Log. R. Šimo͑n sagte: Da gab es kein Hin, wofür sollte es denn dienen?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.