Menachot — Blatt 94a

1BEI LEBENDEM UND BEI GESCHLACHTETEM, BEI LEBENDEN DINGEN UND BEI LEBLOSENDINGEN, WAS ABER BEIM STÜTZEN NICHT DER FALL IST.

2GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sein Opfer, dies schließt alle Eigentümer des Opfers hinsichtlich des Stützens ein.

3Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Schwingen, das bei Geschlachtetem erweitert wordenist, für die Teilnehmer vermindert wordenist, um wieviel mehr ist das Stützen, das bei Geschlachtetem nicht erweitert worden ist, für die Teilnehmer zu vermindern; daher heißt es: sein Opfer, dies schließt alle Eigentümer des Opfers hinsichtlich des Stützens ein. –

4Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Schwingen für die Teilnehmer zu erweitern sei: wenn das Stützen, das bei Geschlachtetem nicht erweitert worden ist, für die Teilnehmer erweitert worden ist, um wieviel mehr ist das Schwingen, das bei Geschlachtetem erweitert worden ist, für die Teilnehmer zu erweitern!? –

5Dies ist nicht möglich; wie sollte es erfolgen: schwingen alle zusammen, so erfolgt ja eine Trennung, und schwingen sie nach einander, so spricht ja der Allbarmherzige von einer Schwingung und nicht von mehreren Schwingungen. –

6Kommt denn das Stützen bei Geschlachtetem nicht vor, wir haben ja gelernt: Wollte der Hochpriester [die Opferglieder] aufräuchern, so stieg er auf die Altarrampe hinauf, der Priestervorsteher an seiner Rechten, und als er die Hälfte der Altarrampe erreichte, faßte ihn der Priestervorsteher bei seiner Rechten und führte ihn hinauf. Der erstereichte ihm den Kopf und den Hinterfuß, und er stützte [die Hand] darauf und warf sie hinauf.

7Der zweite reichte dem ersten die beiden Vorderfüße, dieser gab sie dem Hochpriester, und er stützte [die Hand] darauf und warf sie hinauf. Dann trat der zweite ab und entfernte sich, und so reichten sie ihm alle übrigen Glieder, und er stützte [die Hand] darauf und warf sie hinauf.

8Wollte er, so stützte er nur [die Hand] darauf, und andere warfen sie hinauf!?

9Abajje erwiderte: Da geschah es nur zur Ehrung des Hochpriesters.

10DIE ZWEI BROTE WERDEN EINZELN GEKNETET UND EINZELN GEBACKEN; DIE SCHAUBROTE WERDEN EINZELN GEKNETET UND JE ZWEI GEBAKKEN. MAN FERTIGTE SIE IN EINER FORM, UND BEIM HERAUSNEHMEN TAT MAN SIE EBENFALLS IN EINE FORM, DAMIT SIE NIGHT BESCHÄDIGT WERDEN.

11GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Zwei I͑saron soll jeder Kuchen sein, dies lehrt, daß sie einzeln geknetet werden. Woher, daß dies auch von den zwei Broten gilt? Es heißt sein.

12Woher, daß das Backen je zwei erfolgt? Es heißt: lege sie. Man könnte glauben, dies gelte auch von den zwei Broten, so heißt es sie.

13Das sie hast du ja ausgelegt!? – Die Schrift könnte ja [sie] legen sagen, wenn es aber lege sie heißt, so ist beides zu entnehmen.

14Die Rabbanan lehrten: Lege sie, in eine Form. Es waren drei Formen: man legte es in die Form als Teig, eine Art Form befand sich im Ofen, und als man es herausnahm, tat man es wieder in eine Form, damit es nicht beschädigt werde. – Sollte man es doch in die erste Form gelegt haben!? – Nach dem Backen schwillt es auf.

15Es wurde gelehrt: Wie richtete man das Schaubrot her?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.