Menachot — Blatt 94b
1R. Ḥanina sagte, es glich einer durchbrochenen Kiste; R. Joḥanan sagte, einem Kielboote. –
2Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, daß die Schalen [Weihrauch] saßen, wieso aber saßen die Schalen nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote!? – Man machte für sie einen Raum. –
3Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, daß die Stäbesaßen, wieso aber saßen sie nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote!? – Man machte dafür einen Vorsprung. –
4Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, daß die Trägerdie Brote stützten, wieso aber stützten die Träger die Brote nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote!? – Sie waren schräg.
5Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote, daß Träger nötig waren, wozu aber waren Träger nötig nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenenKiste!? – Sie würden durch das Gewicht der Brote zusammengebrochen sein. –
6Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote, daß die Träger auf dem Tische standen, wo aber standen sienach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, etwa auf der Erde!? – Freilich; R. Abba b. Mamal sagte nämlich, nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote, standen die Träger auf dem Tische, und nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, standen die Trägerauf der Erde.
7Das, was R. Jehuda sagte, daß nämlich die Brote die Träger und die Träger die Brote hielten, vertritt also die Ansicht desjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.