Menachot — Blatt 95b

1R. Elie͑zer sagte: Man könnte glauben, wenn Flußbehaftete und Aussätzige bei der Herrichtung des in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopferssich in den Tempelhof hineingedrängt haben, seien sie schuldig, so heißt es:sie sollen jeden Aussätzigen, jeden Flußbehafteten und jeden Leichenunreinen aus dem Lager hinausschaffen: wenn Leichenunreine hinausgeschafft werden müssen, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige hinauszuschaffen,

2wenn Leichenunreine nicht hinausgeschafft werden müssen, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige nicht hinauszuschaffen.

3SOWOHL BEI DEN ZWEI BROTEN ALS AUCH BEIM SCHAUBROTE ERFOLGTEN DAS KNETEN UND DAS FORMEN AUSSERHALBUND DAS BACKEN INNERHALB, UND SIE VERDRÄNGEN NICHT DEN ŠABBATH. R. JEHUDA SAGT, ALL IHRE VERRICHTUNGEN ERFOLGEN INNERHALB. R. ŠIMO͑N SAGT, MAN SAGESTETS, DIE ZWEI BROTE UND DAS SCHAUBROT SEIEN SOWOHL IM TEMPELHOFE ALS AUCH IN BETH PHAGE TAUGLICH.

4GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst:

5zuerst heißt es, das Kneten und das Formen erfolgen außerhalb, wonach die Trockenmaßenicht geheiligt wordensind, und darauf, daß das Backen innerhalb erfolge, wonach die Trockenmaße geheiligt worden sind!? Rabba sprach: Einem harten Mann, der hart wie Eisenist, das ist nämlich R. Šešeth, war dies hart. –

6Was ist da schwierig, vielleicht heiligt sie nicht das I͑saron, sondern erst der Ofenheiligt sie!?

7Wenn man aber auf eine Schwierigkeit hinweisen will, so ist es folgendes: ‘und das Backen innerhalb’, wonach der Ofen sie heiligt, und wenn sie den Šabbath nicht verdrängen, werden sie ja durch das Übernachtenuntauglich!? Raba sprach: Einem harten Mann, der hart wie Eisen ist, das ist nämlich R. Šešeth, war dies hart.

8R. Aši sprach: Was ist da schwierig, vielleicht ist unter innerhalb der Raum der Priesterzu verstehen!?

9Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist sinnlos. Wie man es nimmt: ist für das Backen der Raum der Priester erforderlich, so sollte auch für das Kneten und Formen der Raum der Priester erforderlich sein, und ist für das Kneten und Formen der Raum der Priester nicht erforderlich, so sollte auch für das Backen der Raum der Priester nicht erforderlich sein. Vielmehr ist das, was R. Aši gesagt hat, sinnlos.

10R. JEHUDA SAGT, ALL IHRE VERRICHTUNGEN ERFOLGEN INNERHALB &C. R. Abahu b. Kahana sagte: Beide folgerten sieaus einem Schriftverse:Es ist eine profane Art, wenn es heute im Geräte heilig wird.

11R. Jehuda erklärt, er traf sie alltags backen und sprach zu ihnen: Ihr backt es an einem profanen Tage? Wenn es heute durch das Gerät geheiligt wird, wird es durch das Übernachten untauglich.

12R. Šimo͑n aber erklärt, er traf sie am Šabbath backen und sprach zu ihnen wie folgt: Wollt ihr es nicht lieber auf profane Weise herrichten, nicht der Ofen heiligt es, sondern der Tisch!? –

13Wieso kannst du sagen, er traf sie beim Backen, es heißt ja:da gab ihm der Priester heiliges, denn es war kein anderes Brot da, als das Schaubrot, das vor dem Herrn weggenommen wurde!?

14[Die Worte] profane Art, von dem er sprach, sind vielmehr wie folgt zu erklären. Sie sagten zu ihm, es sei kein anderes Brot da als das Schaubrot, das vor dem Herrn weggenommen wurde.

15Hierauf sprach er zu ihnen: Selbstverständlich ist dieses, das nicht mehr der Veruntreuungunterliegt, profan, aber auch das, was erst heute durch das Gefäß heilig wird, gebt ihm zum Essen,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.