Menachot — Blatt 97a

1ob auch die Ränder verkleidet sein müssen oder die Ränder nicht verkleidet sein müssen, und dieser erwiderte ihm, es sei einerlei, ob es ein befestigter Überzug ist oder es ein unbefestigter Überzug ist, ob auch die Ränder verkleidet sind oder die Ränder nicht verkleidet sind!?

2Wolltest du erwidern, Akazienholzsei wertvoll und verliere seine Eigenschaftnicht, so stimmt dies allerdings nach Reš Laqiš, welcher sagt, diesgelte nur von Geräten aus einfachemHolze, die aus überseeischen Ländern kommen, während Geräte aus wertvollemHolze wertvoll sind und ihre Eigenschaft nicht verlieren, wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären, welcher sagt, auch Geräte aus wertvollem Holze verlieren durch [den Überzug] ihre Eigenschaft!? –

3Anders verhält es sich beim Tische, den der Allbarmherzige Holz nennt, denn es heißt:der Altar war aus Holz, drei Ellen hoch und zwei Ellen lang; und er hatte Ecken (und seine Länge) und seine Wände waren aus Holz. Und er sprach zu mir: Dies ist der Tisch, der vor dem Herrn steht. –

4Er beginnt mit dem Altar und schließt mit dem Tische!? R. Joḥanan und R. Elea͑zar erklärten beide: Solange der Tempel bestanden hat, pflegte der Altar dem Menschen Sühne zu schaffen, jetzt aber, wo der Tempel nicht mehr besteht, verschafft ihm sein TischSühne.

5DA WAREN VIER TRÄGER AUS GOLD &C. Woher dies? R. Qaṭṭina erwiderte: Die Schrift sagt:mache seine Schüsseln, seine Schalen, seine Halter und seine Röhren.

6Schüsseln, das sind die Formen; Schalen, das sind die Weihrauchschalen; Halter, das sind die Träger; Röhren, das sind die Stäbe.Womit bedeckt wird, womit das Brot bedeckt wird.

7Rabba wandte ein: Weder das Ordnen der Stäbe noch ihre Fortnahme verdrängt den Šabbath. Weshalb verdrängen sie den Šabbath nicht, wenn man sagen wollte, dies sei aus der Tora!?

8Später sagte Rabba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts, denn wir haben gelernt: R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die am Vorabend des Šabbaths verrichtet werden kann, verdrängt den Šabbath nicht. Auch wegen dieser braucht der Šabbath nicht verdrängt zu werden;

9diese sind ja nur deshalb nötig, damit die Brote nicht muffig werden, und in einem solchen Zeitraume werden sie nicht muffig.

10Es wird nämlich gelehrt: Wie machte er es? Er ging am Vorabend des Šabbaths hinein, zog sie heraus und legte sie über die Länge des Tisches; am Ausgange des Šabbaths ging er wiederum hinein, hob das eine Ende des Kuchens hoch und schob den Stab darunter; sodann hob er das andere Ende des Kuchens hoch und schob den Stab darunter.

11Vier Kuchenbenötigten je dreier Stäbe, der obere nur zweier, weil er nicht belastet wurde, und der untere überhaupt keiner, weil er auf der bloßen Fläche des Tisches lag.

12Dort haben wir gelernt: R. Meír sagt, alles im Tempel wurde mit der gewöhnlichen Ellegemessen, ausgenommen der goldene Altar, die Hörner, der Simsund das Fundament; R. Jehuda sagt, die Bauelle hatte sechs und die der Geräte hatten fünf Handbreiten.

13R. Joḥanan sagte: Beide folgerten es aus einem Schriftverse:Und dies sind die Maße des Altars in Ellen, die Elle zu einer [gewöhnlichen] Elle und einer Handbreite [gerechnet].

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.