Menachot — Blatt 98a
1ob sooder so.
2Der Altar hatte demnach achtundfünfzig [Handbreiten] und die Hälfte neunundzwanzig; von den Hörnern bis zum Simse waren esdreiundzwanzig,
3sodaß diese Hälfte des Altars sechs weniger hatte; daher haben wir gelernt, wenn er dies unterhalb seiner Füße getan hat, selbst eine Elle, sei es tauglich.
4Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: eine Elle sein Fuß und die Breite eine Elle. Schließe hieraus.
5Wieviel hat eine gewöhnliche Elle? R. Joḥanan erwiderte: Sechs Handbreiten. R. Jose b. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Meír sagte: Der Tischhatte eine Länge von zwölf und eine Breite von sechs [Handbreiten]. –
6Demnachgibt es eine Elle, die größer als diese ist? – Allerdings, denn wir haben gelernt: Zwei Ellenmaße befanden sich in der Šušankammer, das eine im nordöstlichen und das andere im südöstlichen Winkel; das nordöstliche war um einen halben Finger größer als die [Elle] Mošes, und das südöstliche war um einen halben Finger größer als jene, also um einen Finger größer als die [Elle] Mošes.
7Wozu brauchte man eine große und eine kleine? Damit die Handwerker mit der kleinen übernehmen und mit der großen abliefern, um nicht zu einer Veruntreuungzu kommen. –
8Wozu waren zweinötig!? – Eine für Silber und Goldund eine für Bauarbeiten.
9Dort haben wir gelernt: Auf dem östlichen Tore war die Stadt Šušan abgebildet. Aus welchem Grunde? –
10R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es]; einer erklärte, damit sie sich merken sollten, woher sie gekommensind, und einer erklärte, um die Ehrfurcht vor der Regierung zu wahren.
11R. Jannaj sagte: Stets habe Ehrfurcht vor dem Könige, denn es heißt: und all diese deine Knechte werden zu mir herabkommen und sich vor mir niederwerfen; von ihm selber aber sagte er es nicht.
12R. Joḥanan entnimmt dies aus folgendem:und die Hand Gottes kam über Elijahu, und er schürzte seine Lenden und lief vor Aḥáb her, bis er nach Jizre͑él kam.
13Und ihr Laub als Heilmittel. R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es];
14einer erklärte, zur Lösungdes oberen Mundes, und einer erklärte, zur Lösung des unteren Mundes. Es wurde auch gelehrt: Ḥizqija erklärte, zur Lösung des Mundes der Stummen; Bar Qappara erklärte, zur Lösung des [Mutter]mundes der Sterilen.
15Die Rabbanan lehrten: Würde es nur geheißen haben:nimm Feinmehl und backe daraus zwölf [Kuchen] &c. und lege sie in zwei Schichten, und nicht sechs, so könnte man glauben, eine zu vier und eine zu acht; daher heißt es sechs.
16Und würde es nur geheißen haben: zwei Schichten, sechs die Schicht, und nicht zwölf, so könnte man glauben, dreizu sechs; daher heißt es zwölf.
17Und würde es nur zwölf Kuchen und Schichten geheißen haben, und nicht zwei und sechs, so könnte man glauben, drei zu vier; daher heißt es zwei und sechs. Wenn diese drei Schriftworte nicht vorhanden wären, würden wir es also nicht gewußt haben.
18Wie geschah dies? Man setze zwei Schichten zu sechs [Kuchen] nieder. Hat man eine zu vier und eine zu acht niedergesetzt, so hat man der Pflicht nicht genügt; wenn zwei zu sieben, so betrachte man, wie Rabbi sagt, die oberen als nicht vorhanden. Es heißt ja:lege auf!?
19R. Ḥisda sprach zu R. Hamnuna, manche sagen, R. Hamnuna zu R. Ḥisda: Rabbi vertritt hierbei seine Ansicht, unter auf sei die Nähe zu verstehen. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Lege auf jede Schicht reinen Weihrauch; unter auf ist die Nähe zu verstehen. Du sagst, unter auf sei die Nähe zu verstehen, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich auf? Es heißt:du sollst auf die Lade den Vorhang breiten, demnachist unter auf die Nähe zu verstehen.
20ALLE GERÄTE, IM TEMPEL &C. Die Rabbanan lehrten: Alle Geräte im Tempel standen ihrer Länge nach in der Längsrichtung des Hauses, ausgenommen die Lade, deren Länge über die Breite des Hauses ging. So lag sie und solagen ihre Stangen.
21Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: So lag sie, weil die Stangen solagen. –
22Woher diesvon den Stangen? – Es wird gelehrt:Die Stangen waren so lang; man könnte glauben, sie berührten den Vorhangnicht, so heißt es:sie waren zu sehen; wenn sie zu sehen waren, so könnte man glauben,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.