Moed Katan — Blatt 19a

1DEN PURPURFADEN FÜR DIE ÇIÇITH SPINNEN.

2GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf für sich selbst Tephillin und Mezuzoth schreiben, sowie für sich selbst auf dem Schoße den Purpurfaden für die Çiçith spinnen; für andere nur gegen Dank – so R. Meír. R. Jehuda sagt, man dürfe eine List anwenden: seine verkaufen und für sich andere schreiben. R. Jose sagt, man dürfe für seinen Unterhalt wie gewöhnlich schreiben und verkaufen.

3Rabh lehrte R. Ḥananel, und manche sagen, Rabba b. Bar Ḥana lehrte R. Ḥananel: Die Halakha ist, man darf für seinen Unterhalt wie gewöhnlich schreiben und verkaufen.

4AUF DEM SCHOSSE DEN PURPURFADEN SPINNEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf für sich selbst auf dem Schoße den Purpurfaden für die Çiçith spinnen, nicht aber mit einem Gewichtsteine – so R. Elie͑zer. Die Weisen sagen, auch mit einem Gewichtsteine. R. Jehuda sagt in seinem eigenen Namen, mit einem Gewichtsteine, nicht aber mit einer Spindel; die Weisen sagen, sowohl mit einem Gewichtsteine, als auch mit einer Spindel.

5R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, ebenso sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist: Sowohl mit einem Gewichtsteine als auch mit einer Spindel. Die Halakha ist auch, man dürfe sie für seinen Unterhalt wie gewöhnlich schreiben und verkaufen.

6WER SEINEN TOTEN DREI TAGE VOR DEM FESTE BEGRABEN HAT, FÜR DEN IST DIE BESTIMMUNG DER SIEBENTÄGIGEN TRAUER AUFGEHOBEN; WER ACHT, FÜR DEN IST DIE BESTIMMUNG DER DREISSIGTÄGIGEN TRAUER AUFGEHOBEN.

7SIE SAGTEN NÄMLICH, DER ŠABBATH ZÄHLE MIT, OHNE [DIE TRAUER] ABZUBRECHEN. DIE FESTE BRECHEN SIE AB, OHNE MITGERECHNET ZU WERDEN.

8R. ELIE͑ZER SAGTE: SEITDEM DER TEMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, GLEICHT DAS WOCHENFEST DEM ŠABBATH.

9R. GAMLIÉL SAGTE: DAS NEUJAHRSFEST UND DER VERSÖHNUNGSTAG GLEICHEN DEN ÜBRIGEN FESTEN. DIE WEISEN SAGEN, WEDER WIE DIESER NOCH WIE JENER; VIELMEHR GLEICHT DAS WOCHENFEST DEN ÜBRIGEN FESTEN, DAS NEUJAHRSFEST UND DER VERSÖHNUNGSTAG ABER DEM ŠABBATH.

10GEMARA. Rabh sagte: Die Bestimmung ist wohl aufgehoben, die Tage sind nicht aufgehoben. Ebenso sagte R. Hona: Die Bestimmung ist aufgehoben, die Tage sind nicht aufgehoben. R. Šešeth sagte: Auch die Tage sind aufgehoben. –

11In welcher Hinsicht sind die [Trauer-]Tage nicht aufgehoben? – Hat man sich am Vorabend des Festes das Haar nicht geschoren, so ist es auch nach dem Feste verboten.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.