Moed Katan — Blatt 7a

1Wie weit? Eine Parasange.

2R. JEHUDA SAGT, VOM BAUMFELDE AUF GEWÖHNLICHE WEISE UND VOM LICHTEN FELDE AUF UNGEWÖHNLICHE WEISE. Die Rabbanan lehrten: Wie geschieht dies auf gewöhnliche Weise? Man gräbt eine Grube und spannt darüber ein Fangnetz. Wie auf ungewöhnliche Weise? Man stößt einen Spieß hinein, haut mit einer Axt und wühlt die Erde auf.

3Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar: sagte: Was sie gesagt haben, von einem lichten Felde auf ungewöhnliche Weise, bezieht sich nur auf ein lichtes Feld nahe der Stadt, von einem lichten Felde nahe einem Baumfelde aber auch auf gewöhnliche Weise, weil sie aus dem lichten Felde herankommen und die Bäume zerstören können.

4MAN DARF EINE MAUERLÜCKE AM HALBFESTE VERRAMMELN. Auf welche Weise darf man verrammeln? R. Joseph erwiderte: Mit Stauden und Lorbeerzweigen.

5In einer Barajtha wird gelehrt: Man schichte Steine auf, ohne sie mit Mörtel zu verschmieren. R. Ḥisda sagte: Dies lehrten sie nur von einem Gartenzaun, einen Hofzaun aber darf man auf gewöhnliche Weise bauen.

6Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn eine Wand in die Straße hineinragt, so reiße man sie wegen der Gefahr nieder und baue sie auf gewöhnliche Weise wieder auf. – Da wird ja der Grund angegeben: wegen der Gefahr.

7Manche lesen: Komm und höre: Wenn eine Wand in die Straße hineinragt, so reiße man sie wegen der Gefahr nieder und baue sie auf gewöhnliche Weise wieder auf. Nur wegen der Gefahr, nicht aber, wenn keine Gefahr vorliegt; dies ist also eine Widerlegung R. Ḥisdas!? –

8R.Ḥisda kann dir erwidern: in diesem Falle darf man sie niederreißen und bauen, sonst aber nur bauen und nicht niederreißen. –

9Auch in diesem Falle sollte man ja niederreißen und nicht bauen dürfen!? – So würde man es unterlassen und nicht niederreißen.

10R. Aši sagte: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor. Diese lehrt, man dürfe sie im Siebentjahre auf gewöhnliche Weise bauen.

11Welche: wollte man sagen, die eines Hofes, so ist es ja selbstverständlich; doch wohl die eines Gartens, obgleich es den Anschein einer Bewachung der Früchte hat. Schließe hieraus.

12R. MEÍR SAGT, MAN DÜRFE [AM HALBFESTE] ERSTMALIG DEN AUSSATZ UNTERSUCHEN, ERLEICHTERND UND NICHT ERSCHWEREND; DIE WEISEN SAGEN, NICHT ERLEICHTERND UND NICHT ERSCHWEREND.

13GEMARA. Es wird gelehrt: R. Meír sagt, man dürfe den Aussatz untersuchen, erleichternd und nicht erschwerend; R. Jose sagt, nicht erleichternd und nicht erschwerend, denn wenn du ihn erleichternd zwingst, so ist er auch erschwerend gezwungen.

14Rabbi sagte: Die Ansicht R. Meírs leuchtet ein bei einem abgeschlossenen, und die Ansicht R. Joses bei einem effektiv Unreinen.

15Raba sprach: Hinsichtlich eines Reinen stimmen alle überein, daß man ihn nicht untersuche, hinsichtlich eines erstmalig abgeschlossenen stimmen alle überein, daß man ihn wohl untersuche, sie streiten

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.