Nasir — Blatt 14a
1Wie ist es, falls du entscheidest, daß bei einem kürzeren Nazirate, wobeinur zehn Tage zurückbleiben, diese nicht mitgerechnetwerden, wenn es ein Nazirat von hundert Tagen ist: werden sie, da es achtzig Tage sind, hinzugerechnetoder nicht?
2Wie ist es ferner, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein nach zwanzig Tagen und lebenslänglicher Nazir von jetzt ab; erstreckt es sich auf dieseoder nicht.
3Wie ist es ferner, falls du entscheidest, daß es sich auf diese erstrecke, da esaufgelöst werdenkann, wenn er gesagt hat: ich will nach zwanzig Tagen Nazir wie Šimšon sein, und gewöhnlicher Nazir von jetzt ab? Erstreckt es sich hierbei auf diese, da eine Auflösung nicht möglich ist, oder nicht? Wie ist es, wenn jemand gesagt hat: wie Mose am siebentenAdar? –
4Die erste Frage ist [aus folgendem] zu entscheiden: Sagte jemand: ich will Nazir sein nach zwanzig Tagen, und hundert Tage von jetzt ab, so absolviere er zwanzig Tage, dann dreißig, und dann achtzig, um das erste Nazirat zu beendigen.
5Hat er sich während des Nazirates wegen seines Sohnesverunreinigt, so sind, wie R. Joḥanan sagt, auch jenehinfällig, und wie Reš Laqiš sagt, nicht hinfällig.
6R. Joḥanan sagt, sie seien hinfällig, denn [beide Nazirate] sind zusammen ein langes Nazirat; Reš Laqiš sagt, sie seien nicht hinfällig, denn seines ist ein Nazirat für sich und das wegen seines Sohnes ist ein Nazirat für sich.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.