Nasir — Blatt 23b
1Stadt, und Streitigkeiten, wie des Palastes Riegel. Ein Bruder, der treulos wird der festen Stadt, das ist Loṭ, der sich von Abraham trennte; und Streitigkeiten, wie des Palastes Riegel, der Streitigkeiten hervorrief, wie der Riegel beim Palaste, [denn es heißt:]es soll kein A͑mmoniter und kein Moabiter in die Gemeinde des Herrn kommen.
2Raba, nach anderen R. Jiçḥaq, trug vor: Es heißt:Nach Wollust strebt, wer sich trennt, und gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher. Nach Wollust strebt, wer sich trennt, das ist Loṭ; gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher, dessen Schande in den Bet- und Lehrhäusern aufgedecktwurde, denn wir haben gelernt: A͑mmoniter und Moabiter sind verboten, und das Verbot ist ein ewiges.
3U͑la sagte: Tamar hurteund Zimri hurte;
4Tamar hurte, und Könige und Propheten kamen aus ihr hervor, Zimri hurte, und viele Myriaden von Jisraél fielen durch ihn.
5R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Besser ist eine gutgemeinte Sünde als ein nicht gutgemeintes gutes Werk. – R. Jehuda sagte ja aber im Namen Rabhs, daß man sich stets mit der Tora und guten Werken befasse, auch nicht um ihrer selbstwillen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun!? –
6Lies vielmehr: wie ein nicht gutgemeintes gutes Werk, denn es heißt:gepriesen vor anderen Weibern sei Jae͑l, das Weib Ḥebers, des Qeniters, vor den Weibern im, Zelte sei sie gepriesen, und unter ‘Weibern im Zelte’ sind Sara, Ribqa, Raḥel und Lea zu verstehen.
7R. Joḥanan sagte: Sieben Beschlafungen vollzog dieser Frevler in jener Stunde, denn es heißt:zwischen ihren Füßen kniete er, fiel hin, lag da &c.–
8Sie hatte ja aber von seiner Beschlafung einen Genuß!? R. Joḥanan erwiderte: Jede Wohltat der Frevler ist ein Übel für die Frommen.
9Es heißt nämlich:hüte dich mit Ja͑qob zu reden, Gutes oder Böses; allerdings nicht Böses, weshalb aber nicht Gutes? Wohl deshalb, weil für ihn das Gute Böses wäre. Schließe hieraus.
10Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets befasse man sich mit der Tora und guten Werken, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun. Als Belohnung für die zweiundvierzig Opfer, die der ruchlose Balaq darbrachte, ward es ihm beschieden, daß aus ihm Ruth hervorging. R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich, daß Ruth eine Tochter des Sohnes E͑glons, Königsvon Moab, war.
11R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, nicht einmal den Lohn für ein schönes Wort kürze? Die älterenannte [ihren Sohn] Moab, daher sprach der Heilige, gepriesen sei er:befehde die Moabiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein; nur in einen Krieg sollte er sich mit ihnen nicht einlassen, wohl aber durfte er sie bedrängen;
12die jüngere aber nannte [ihren Sohn] Ben A͑mi, daher sprach er:befehde sie nicht und streite nicht mit ihnen, nicht einmal bedrängen durfte er sie.
13R. Ḥija b. Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Man beeile sich stets zu einem guten Werke, denn als Belohnung für die eine Nacht, um die die ältere der jüngeren zuvorgekommen war,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.