Nasir — Blatt 3a
1Freilich: selbst nach R. Elea͑zar ha Qappar, welcher sagt, ein Nazir sei ein Sünder, gilt dies nur von einem unreinen Nazir, weil er, da [die verstrichene Zeit]hinfällig ist, denn der Allbarmherzige sagt: und die früheren Tage sind hinfällig, das Nazirat übertreten könnte, ein reiner Nazir aber ist kein Sünder.
2ICH WILL SO SEIN. Er hat ja, selbst wenn er sich an das Haar faßte, nicht ‘dadurch’gesagt!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir an ihm vorüberging.
3ICH WILL KRÄUSELN LASSEN. Woher, daß darunter das Kräuseln des Haares zu verstehen ist? – So sprach einst eine Magd im Hause Rabbis zu einem: wie lange noch wirst du dein Haar kräuseln? –
4Vielleicht die Tora, denn es heißt:kräusle sie und sie wird dich erheben!? Šemuél erwiderte: Hierbei ebenfalls, wenn er sich an das Haar faßte.
5ICH WILL PFLEGEN. Woher, daß unter Pflegen das des Haares zu verstehen ist? – Wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, Kalk, um den Haarwuchszu entfernen, und Rabh erklärte, an der Unterschläfe. –
6Vielleicht die Pflege von Armen, wie es heißt:und Joseph verpflegte seinen Vater und seine Brüder!? Šemuél erwiderte: Hierbei ebenfalls, wenn er sich an das Haar faßte.
7ICH NEHME AUF MICH, DAS HAAR HINWACUSEN ZU LASSEN, SO IST ER NAZIR. Woher, daß unter Šalaḥdas Wachsenlassen zu verstehen ist? – Es heißt:deine Schößlinge [šelaḥajikh] wie ein Granatenhain. –
8Vielleicht etwas, das vorübergeht, wie es heißt:er läßt Wasser über die Straßen ziehen [šoleaḥ]!? –
9Der Autor folgert aus [dem Worte] Haarwuchs; hierbei heißt es:heilig soll er sein, den Haarwuchs gedeihen lassen, und dort, beim gemeinen Priester, heißt es:den Haarwuchs sollen sie nicht nachhängen lassen.
10Wenn du aber willst, sage ich: auch beim Wasserist unter šoleaḥ das Wachsen zu verstehen, denn R. Joseph paraphrasiert: wie das Wasser die Frucht tränkt und sie wachsen macht.
11ICH NEHME AUF MICH [DIE DARBRINGUNG] VON VÖGELN, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, NAZIR. Was ist der Grund R. Meírs? Reš Laqiš erwiderte: Er nahm auf sich [die Darbringung] der Vögel, die neben ‘Haar’ genanntwerden, wie es heißt:bis das Haar ihm wie den Adlern gewachsen war, und die Nägel wie Vögel[krallen].
12R. Meír ist der Ansicht, er werde vom daneben genanntenerfaßt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.