Nasir — Blatt 44b
1WIE ERFOLGT DAS SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG? ER LÄSST SICH AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGEN, SCHERT SICH AM SIEBENTEN UND BRINGT SEINE OPFER AM ACHTEN; SCHERT ER SICH AM ACHTEN, SO BRINGE ER SEINE OPFER AM SELBEN TAGE – SO R. A͑OIBA. R. TRYPHON SPRACH ZU IHM: WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES DEMNACH ZWISCHEN DIESEM UND DEM AUSSÄTZIGEN!?
2DIESER ERWIDERTE: BEI DIESEM HÄNGT DIE REINIGUNG VOM ABLAUFE DER TAGEAB, BEIM AUSSÄTZIGEN ABER HÄNGT SIE VOM SCHERENAB. ER BRINGE SEIN OPFER NUR DANN DAR, WENN ER SONNENUNTERGANG ABGEWARTET HAT.
3GEMARA. Hat er esanerkannt oder nicht? – Komm und höre: Hillel lehrte: schert er sich am achten, so bringe er seine Opfer erst am neunten. Wenn man sagen wollte, er habe es anerkannt, so müßte er ja seine Opfer am achten bringen.
4Raba erwiderte: Dies ist kein Widerspruch, das eine, wenn er am siebenten untergetaucht ist, das andere, wenn er nicht am siebenten untergetaucht ist.
5Abajje sagte: Ich traf die Genossen des R. Nathan b. Hoša͑ja sitzen und vortragen :Er komme vor den Herrn am Eingange des Offenbarungszeltes und gebe sie dem Priester; dies erfolge erst dann, wenn er untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat, nicht aber, wenn er nicht untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat.
6Demnach ist er der Ansicht, der am selben Tage untergetauchte Flußbehaftete gleichedem [unreinen] Flußbehafteten.
7Ich sprach dann zu ihnen: Auch beim unreinen Nazir heißt es:(er bringe sie) zum Priester an der Tür des Offenbarungszeltes, und demnach wäre auch hierbei auszulegen: dies erfolge erst dann, wenn er untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.