Nasir — Blatt 63a
1WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN HAT UND ERFÄHRT, DASS ER UNREIN SEI, SO [SIND DIE FRÜHEREN TAGE], WENN ES EINE SICHTBARE UNREINHEITWAR, HINFÄLLIG, UND WENN ES EINE UNBEKANNTE UNREINHEITWAR, NICHT HINFÄLLIG; [ERFÄHRT ER ES] BEVOR ER SICH SCHERT, SO SIND SIE AUF JEDEN FALL HINFÄLLIG.
2ZUM BEISPIEL! WENN ER IN EINE HÖHLE HINABGESTIEGEN WAR, UM DA EIN REINHEITSBAD ZU NEHMEN, UND EINE SCHWIMMENDE LEICHE AM ELNGANGE DER HÖHLE GEFUNDEN WIRD, SO IST ERUNREIN;
3WENN SIE ABER AUF DEM GRUNDE DER HÖHLE GESUNKEN GEFUNDEN WIRD, SO IST ER, FALLS ER ZUR ABKÜHLUNG HINABGESTIEGEN WAR, REIN, UND FALLS ZUR REINIGUNG VON DER UNREINHEIT EINER LEICHE, UNREIN, DENN DER UNREINE BLEIBT IM ZUSTANDE DER UNREINHEIT UND DER REINE BLEIBT IM ZUSTANDE DER REINHEIT, WEIL DIE SACHE EINEN GRUND HAT.
4GEMARA. Woher dies? R. Elie͑zer erwiderte: Die Schrift sagt:wenn ihm jemand plötzlich stirbt; ihm, wenn es ihm klar ist.
5Reš Laqiš erwiderte: Gleich dem Wege, wie der Weg offen liegt, ebenso [die Unreinheit], wenn sie offen liegt. –
6Es wird gelehrt: Eine unbekannte Unreinheit heißt diejenige, die niemand am Ende der Welt kannte; kannte sie jemand am Ende der Welt, so ist sie keine unbekannte Unreinheit.
7Einleuchtend ist die Erklärung: gleich einem Wege, was aber ist dabei, daß jemand am Ende der Welt sie kennt, nach demjenigen, welcher erklärt: wenn es ihm klarist!?
8Ferner wird gelehrt: Wenn jemand eine Leiche über die Breite des Wegesliegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirates und der Herrichtung des Pesaḥopfers rein. Welchen Unterschied gibt es denn hierbei!? – Vielmehr, hinsichtlich der unsichtbaren Unreinheit ist dieseine überlieferte Lehre.
9BEVOR ER SICH SCHERT &C. Wer ist der Autor? R. Joḥanan erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, welcher sagt, das Scheren sei unerläßlich.
10Rami b. Ḥama fragte : Wie ist es, wenn er innerhalb des Vollwerdensunrein geworden war und er dies nach dem Vollwerden erfährt: richten wir uns nach dem Erfahren, und erfahren hat er es nach dem Vollwerden, oder nicht? Dies ist von Bedeutung hinsichtlich der Hinfälligkeit.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.