Nedarim — Blatt 11a
1GEMARA. Sie glaubten, ‘nicht profan’ heiße, es sei nicht Profanes, sondern Opfer;
2wessen Ansicht vertritt nun unsere Mišna: wenn die des R. Meír, so ist er ja nicht der Ansicht, daß aus der Verneinung die Bejahung zu entnehmen sei, denn wir haben gelernt, R. Meír sagt, eine Bedingung, die nicht der Bedingung der Gaditen und der Reúbeniten gleicht, gelte nicht als Bedingung,
3und wenn die des R. Jehuda, so lehrt ja der Schlußsatz: R. Jehuda sagt, wer ‘Jerušalem’ sagt, habe nichts gesagt; wenn der Schlußsatz die Ansicht R. Jehudas lehrt, so ist ja im Anfangsatze nicht R. Jehuda vertreten!? –
4Die ganze [Lehre] ist von R. Jehuda, und der [Schlußsatz] wie folgt zu verstehen: denn R. Jehuda sagt, wer ‘Jerušalem’ sagt, habe nichts gesagt. –
5Ist es denn nach R. Jehuda verboten, wenn man ‘wie Jerušalem’ sagt, es wird ja gelehrt, R. Jehuda sagt, wer ‘wie Jerušalem’ sagt, habe nichtsgesagt, nur wenn er bei einer Sache gelobt, die in ganz Jerušalem dargebracht werden kann!? –
6Die ganze [Lehre] ist von R. Jehuda, nur streiten zwei Tannaímüber die Ansicht R. Jehudas.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.