Nedarim — Blatt 13a
1Doch wohl in dem Falle, wenn Fleisch vom Erstgeborenen und das Fleisch des anderen vor ihm liegen, und er sagt: dieses sei für mich wie jenes; und hierüber streiten Tannaím. –
2Nein, alle sind der Ansicht, vor dem Blutsprengen, und erlaubt ist es nach dem einen, weil die Schrift sagt: wenn jemand gelobt, wenn das Gelübde sich auf etwas bezieht, das gelobt werden kann, während das Erstgeborene an sich verboten ist,
3und nach dem anderen, denn die Schrift sagt:dem Herrn, und dies schließt das an sich verbotene ein. –
4Wofür verwendet derjenige, der es erlaubt, [das Wort] dem Herrn!? – Dieses verwendet er für den Fall, wenn man es von Sündopfer und Schuldopfer erfassen läßt. –
5Was veranlaßt dich, Sündopfer und Schuldopfer einzuschließen und das Erstgeborene auszuschließen? – Ich schließe Sündopfer und Schuldopfer ein, die vom Gelübde erfaßt werden, und ich schließe das Erstgeborene aus, das vom Mutterleibe aus heilig ist. –
6Weshalb ist es ihm nach dem anderen verboten? – Auch das Erstgeborene kann vom Gelübde erfaßt werden, denn es wird gelehrt: Im Namen Rabbis sagten sie: Woher, daß, wenn einem ein Erstgeborenes in seinem Hause geboren wird, es Gebot sei, es zu weihen? Es heißt:das Männliche sollst du heiligen. –
7Wieso ist es nach jenem erlaubt? – Ist es denn, wenn man es nicht weiht, nicht heilig!?
8WIE DAS LAMM, WIE DIE SCHUPPEN.
9Es wird gelehrt: [Sagt jemand:] Lamm, als Lamm, wie das Lamm, Schuppen, als Schuppen, wie die Schuppen, Holz, als Holz, wie das Holz, Feueropfer, als Feueropfer, wie Feueropfer, Altar, als Altar, wie der Altar, Tempel, als Tempel, wie der Tempel, Jerušalem, als Jerušalem, wie Jerušalem, so ist es ihm in all diesen Fällen, wenn er sagt: das ich deines esse, verboten, wenn aber: daß ich deines nichtesse, erlaubt.
10Der Autor, der zwischen ‘Lamm’, ‘als Lamm’, ‘wie ein Lamm’ nicht unterscheidet, ist ja R. Meír,
11wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: in all diesen Fällen ist es ihm erlaubt, wenn er sagt: daß ich deines nicht esse; wir haben ja gelernt: [sagt jemand:] nicht sei Opfer, was ich deines nicht esse, so ist es ihm nach R. Meír verboten, und R. Abba erklärte, es sei ebenso als würde er sagen: es sei Opfer, darum esse ich deines nicht!? –
12Das ist kein Widerspruch; eines, wenn er sagt: nicht als Lamm, und eines, wenn er sagt: als Lamm.
13SAGT JEMAND: [OPFER,] BRANDOPFER, SPEISOPFER, SÜNDOPFER, DANKOPFER, FRIEDENSOPFER SEI, WAS ICH DEINES ESSE, SO IST ES IHM VERBOTEN; R. JEHUDA ERLAUBTES. [SAGT ER:] DAS OPFER, WIE OPFER, OPFER SEI, WAS ICH DEINES ESSE, SO IST ES IHM VERBOTEN. [SAGT JEMAND:] NIGHT OPFER, WAS ICH DEINES NICHT ESSE, SO IST ES IHM NACH R. MEÍR VERBOTEN.
14GEMARA. Er lehrt: Opfer, das Opfer, wie Opfer sei, was ich deines esse, so ist es ihm verboten; er lehrt somit anonym nach R. Meír, der zwischen ‘Lamm’ und ‘zum Lamm’ nicht unterscheidet;
15wieso lehrt er nach R. Meír, daß es ihm verboten sei, [wenn er sagt:] das Opfer sei, was ich deines esse, es wird ja gelehrt, die Weisen pflichten R. Jehuda bei, daß es ihm erlaubt sei, wenn er sagt: das Opfer, das Brandopfer, das Speisopfer, das Sündopfer, was ich deines esse, weil er nur beim Leben des Opfers gelobt hat!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.