Nedarim — Blatt 14b

1Es wird gelehrt: Wenn jemand bei der Tora gelobt, so hat er nichts gesprochen; wenn bei dem, was darin geschrieben ist, so sind seine Worte gültig; wenn bei ihr und bei dem, was darin geschrieben ist, so sind seine Worte gültig.

2Er lehrt ja: wenn bei dem, was darin geschrieben ist, so sind seine Worte gültig, wozu braucht er es von dem Falle zu lehren, wenn bei ihr und bei dem was darin geschrieben ist!?

3R. Naḥman erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn die Tora-[rolle] auf der Erde liegt, und das andere, wenn er sie in der Hand hält. Liegt sie auf der Erde, so denkt er an die Pergamentrollen, hält er sie in der Hand, so denkt er an die darin vorkommenden Gottesnamen.

4Wenn du aber willst, sage ich: [beides,] wenn sie auf der Erde liegt, nur lehrt er uns folgendes: sobald er sagt: bei dem, was darin geschrieben ist, so ist es gültig, obgleich sie auf der Erde liegt. Er lehrt: das eine und um so mehr das andere.

5Wenn du aber willst, sage ich: auch der mittlere Fall, wenn er sie in der Hand hält, und er lehrt uns folgendes: da er sie in der Hand hält, so ist es, auch wenn er nur ‘bei ihr’ sagt, ebenso, als würde er gesagt haben: bei dem, was darin geschrieben steht.

6SAGT JEMAND:] QONAM, WENN ICH SCHLAFE, WENN ICH SPRECHE, WENN ICH GEHE, ODER SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM, WENN ICH DIR BEIWOHNE, SO GILT HIERBEI:er soll sein Wort nicht entweihen.

7GEMARA. Es wurde gelehrt: [Sagt jemand:] Qonam sei heute mein Auge für den Schlaf, wenn ich morgen schlafe, so darf er, wie R. Jehuda im Namen Rabhs sagt, heute nicht schlafen, weil er morgen schlafen könnte; R. Naḥman sagt, er dürfe heute schlafen, und man berücksichtige nicht, er könnte morgenschlafen. R. Jehuda pflichtet bei, daß, wenn jemand sagt: Qonam sei morgen mein Auge für den Schlaf, wenn ich heute schlafe, er heute schlafen dürfe,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.