Nedarim — Blatt 21a

1SO SIND BEIDE MIT DREI DENAREN EINVERSTANDEN.

2GEMARA. VIER GELÖBNISSCHWÜRE ERKLÄRTEN DIE WEISEN FÜR AUFGELÖST &C. R. Abba b. Mamal sprach zu R. Ami: Du sagtest uns im Namen R. Jehuda des Fürsten, der Autor [der Lehre] von den vier Gelöbnisschwüren sei R. Jehuda, der im Namen R. Tryphons lehrte, keiner von beiden sei Nazir, weil das Nazirgelübde ausgesprochen werden muß.

3Raba sagte: Du kannst auch sagen, es seien die Rabbanan, denn es heißt nicht: waren beide, sondern: sind beide.

4Rabina sprach zu R. Aši: Ist es, wenn der eine ‘mehr als einen Sela͑’ und der andere ‘weniger als einen Šeqel’ sagt, ein [gültiges] Gelübde oder nur eine Anspornung?

5Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: Wenn jemand seinen Nächsten nötigt, bei ihm zu essen, und dieser zu ihm spricht: Qonam, daß ich dein Haus nicht betrete, daß ich keinen Tropfen kaltes Wasser bei dir koste, so darf er zu ihm ins Haus gehen und bei ihm kaltes Wasser trinken, weil er nur das Essen und das Trinken meinte.

6Wieso denn, er sagte ja: [keinen] Tropfen kaltes Wasser!? Vielmehr ist dies nur eine übliche Redensart, ebenso ist es auch hierbei nur eine übliche Redensart.

7Jener entgegnete:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.