Nedarim — Blatt 24b

1beziehen sich wohl auch auf die vorangehenden [Lehren], somit ist hieraus zu entnehmen, daß die Rabbanan gegen ihn streiten. Schließe hieraus. –

2Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Hona sagte, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob, ebenso sagte R. Ada b. Ahaba, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob.

3EIN ÜBERTREIBUNGSGELÜBDE IST ES, WENN JEMAND SAGT: QONAM, WENN ICH NICHT AUF DIESEM WEGE [EINE MENGE] WIE DIE AUSZÜGLER AUS MIÇRAJIM GESEHEN HABE, ODER: WENN ICH NICHT EINE SCHLANGE WIE EIN ÖLPRESSBALKEN GESEHEN HABE.

4GEMARA. Es wird gelehrt: Übertreibungsgelübde sind erlaubt, Übertreibungsschwüre sind verboten.

5Welche heißen Übertreibungsschwüre: wollte man sagen, wenn er sagt: ein Schwur, wenn ich nicht auf diesem Wege gesehen habe, so hat er ja nichts gesagt!?

6Abajje erwiderte: Wenn er sagt: ein Schwur, daß ich gesehen habe. Raba sprach zu ihm: Wozu braucht dies demnachgelehrt zu werden!? Ferner lehrt er ja von einem [Schwure] gleich einem Gelübde!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn er sagt: alle Früchte der Welt mögen mir durch Schwur verboten werden, wenn ich nicht auf diesem Wege [eine Menge] wie die Auszügler aus Miçrajim gesehen habe.

7Rabina sprach zu R. Aši: Vielleicht sah dieser Mann einen Haufen Ameisen, die er mit den Auszüglern aus Miçrajim verglich, und beschwor somit Wahres!?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.