Nedarim — Blatt 28b

1SO GIBT ES FÜR SIE KEINE AUSLÖSUNG.

2GEMARA. Sollte er doch lehren: so sind sie heilig(und nicht heilig)!? – Da er im Schlußsatze lehren will, es gebe für sie keine Auslösung, so lehrt er entsprechend im Anfangsatze, es gebe für sie eine Auslösung. –

3Wie gelobteer? Amemar erwiderte: Wenn er sagt: wenn sie heute nicht gebrochen werden, und der Tag vorüber ist, ohne daß sie gebrochen worden sind. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden, es ist ja selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn ein starker Windherrscht. –

4Er lehrt es ja auch von einem Gewande, und ein Gewand ist ja nicht der Verbrennung verfallen!? – Wenn beispielsweise eine Feuersbrunst herrscht, und desgleichen, wenn ein starker Wind herrscht. Man könnte glauben, er habe nur deshalb gelobt, weil er damit gerechnet hat, sie würden nicht gerettet werden, so lehrt er uns.

5DIESE PFLANZUNGEN SOLLEN OPFERGABEN SEIN &C. Ewig!? Bar Pada erwiderte: Löst er sie aus, so werden sie wieder heilig, löst er sie abermals aus, so werden sie wieder heilig, bis sie gebrochen werden; werden sie gebrochen, so löse er sie einmal ausund dies genügt. U͑la erwiderte: Werden sie gebrochen, so braucht er sie nicht mehr auszulösen.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.