Nedarim — Blatt 32a
1weil er sich zuerstmit der Herberge befaßte, wie es heißt:und es geschah auf dem Wege in der Herberge.
2R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Nicht unseren Meister Moše wollte der Satantöten, sondern das Kind, denn es heißt:ein Blut-Sohn bist du mir; geh und sieh, wer Sohn heißt, doch wohl das Kind.
3R. Jehuda b. Bizna trug vor: Als unser Meister Moše die Beschneidung vernachlässigt hatte, kamen Zorn und Grimm und verschlangen ihn bis zu den Füßen. Hierauf:da nahm Çipora einen scharfen Stein und beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes. Alsdann:da ließ er von ihm ab.
4In jener Stunde wollte unser Meister Moše sie töten, denn es heißt: lasse ab von Zorn und verlasse Grimm. Manche sagen, er habe Grimm getötet, denn es heißt:Grimm habe ich nicht. – Es heißt ja aber: denn ich fürchtete Zorn und Grimm!? – Es waren zwei [Geister namens] Grimm. Wenn du aber willst, sage ich: die Schar des Grimm [blieb zurück].
5Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Bedeutend ist die Beschneidung, denn du hast niemand, der sich so sehr mit den Geboten befaßte, wie unser Vater Abraham, dennoch wurde er erst wegen der Beschneidung ‘vollkommen’ genannt, denn es heißt: wandle vor mir und sei vollkommen, und es heißt:ich werde meinen Bund geben zwischen mir und dir.
6Eine andere Auslegung: Bedeutend ist die Beschneidung, daß sie alle Gebote aufwiegt, denn es heißt:denn durch diese Worte&c. Eine andere Auslegung: Bedeutend ist die Beschneidung, denn wenn nicht die Beschneidung, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: wenn nicht mein Bund bei Tage und bei Nacht &c.
7Er streitet somit gegen R. Elie͑zer, denn R. Elie͑zer sagte: Bedeutend ist die Tora, denn wenn nicht die Tora, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: wenn nicht mein Bund bei Tage und bei Nacht, würde ich die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht haben &c.
8R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Abraham sprach: wandle vor mir und sei vollkommen, ergriff ihn ein Beben, denn er dachte: vielleicht ist Schändliches an mir. Als er aber zu ihm sagte: ich werde meinen Bund geben zwischen mir und dir, beruhigte er sich.
9Und er ließ ihn draußen hinausgehen. Er hatte vor ihm gesprochen: Herr der Welt, ich habe in mein Sternbild geschaut, [und sah,] daß ich nur einen Sohn haben werde. Da erwiderte er ihm: Geh aus deiner Sterndeuterei; Jisraél unterliegt nicht dem Sternbilde.
10R. Jiçḥaq sagte: Wer redlich ist, mit dem verfährt der Heilige, gepriesen sei er, redlich, denn es heißt:dem Guten bist du gütig und dem redlichen Manne bist du redlich.
11R. Hoša͑ja sagte: Wer redlich ist, dem glückt die Stunde, denn es heißt: wandle vor mir und sei vollkommen [redlich], und darauf heißt es: und du wirst zum Vater einer Volksmenge sein.
12R. [Levi] sagte: Wer Zauberei nachgeht, dem hat die Zauberei an, denn es heißt:denn keineZauberei in Ja͑qob. – Es ist ja mit Lamed-Alephgeschrieben!? – Vielmehr, nur Maß umMaß.
13Ahaba, Sohn des R. Zera, lehrte: Wer keine Zauberei treibt, den bringt man in eine Friedigung, in die nicht einmal die Dienstengel Einlaß finden, denn es heißt: denn keine Zauberei in Ja͑qob, keine Wahrsagerei in Jisraél.
14R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Unser Vater Abraham wurde deshalb bestraft und seine Kinder zweihundertzehn Jahre von den Miçrijim geknechtet, weil er Schriftgelehrte zum Frondienste anhielt, denn es heißt:da wappnete er seine Leute, die in seinem Hause geborenen.
15Šemuél sagte, weil er die Eigenschaften des Heiligen, gepriesen sei er, zu sehr in Anspruch nahm, denn es heißt:woran erkenne ich, daß ich es erben werde? R. Joḥanan sagte, weil er die Leute hinderte, unter die Fittige der Göttlichkeit zu kommen, denn es heißt:gib mir die Seelen und die Habe nimm dir.
16Da wappnete er seine Leute, die in seinem Hause geborenen. Rabh erklärte, er wappnete sie mit der Tora, und Šemuél erklärte, er wappnetesie mit Gold.
17Dreihundertundachtzehn. R. Ami b. Abba sagte: Elie͑zer wog sie alle auf. Manche sagen: Es war tatsächlich nur Elie͑zer, dessen Zahlenwert soviel beträgt.
18Ferner sagte R. Ami b. Abba: Im Alter von drei Jahren erkannte Abraham seinen Schöpfer, denn es heißt:weil Abraham auf meine Stimme hörte, und der Zahlenwertbeträgt hundertzweiundsiebzig.
19Ferner sagte R. Ami b. Abba:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.