Nedarim — Blatt 32b

1[Das Wort] ha-Šaṭan beträgt in seinem Zahlenwerte dreihundertvierundsechzig. Ferner sagte R. Ami b. Abba: Es heißt Abramund es heißt Abraham. Zuerst setzte ihn der Heilige, gepriesen sei er, zum Könige über zweihundertdreiundvierzigGlieder ein, später aber setzte er ihn zum Könige über zweihundertachtundvierzigGlieder ein;

2das sind die beiden Augen, die beiden Ohren und die Körperspitze.

3Ferner sagte R. Ami b. Abba: Es heißt:eine kleine Stadt, und Menschen &c. Eine kleine Stadt, das ist der Körper. Menschen sind wenig darin, das sind die Glieder. Da kam gegen sie ein großer König und umringte sie, das ist der böse Trieb. Und baute um sie Bollwerke und Netze, das sind die Sünden.

4Es fand sich darin ein armer Mann und weiser, das ist der gute Trieb. Und rettete die Stadt durch seine Weisheit, das sind Buße und gute Werke. Doch niemand dachte jenes armen Mannes, zur Zeit des bösen Triebes gedenkt niemand des guten Triebes.

5Die Weisheit gibt Schutz dem Weisen mehr als zehn Gewaltige. Die Weisheit gibt Schutz dem Weisen, das sind Buße und gute Werke. Mehr als zehn Gewaltige, die beiden Augen, die beiden Ohren, die beiden Hände, die beiden Füße, die Körperspitze und der Mund.

6R. Zekharja sagte im Namen R. Jišma͑éls: Der Heilige, gepriesen sei er, wollte die Priesterschaft von Šem hervorgehen lassen, denn es heißt: und er war Priester dem höchsten Gott; als dieser aber den Segen Abrahams dem Segen Gottes vorangehen ließ, ließ er sie von Abraham hervorgehen.

7Es heißt nämlich:und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram dem höchsten Gott, dem Eigner des Himmels und der Erde, und gepriesen sei der höchste Gott. Abraham sprach zu ihm: Läßt man denn den Segen des Knechtes dem Segen seines Herrn vorangehen? Da gab er sie Abraham, denn es heißt:Spruch Gottes zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, bis ich hinlege deine Feinde, einen Schemel zu deinen Füßen. Und hierauf heißt es:der Herr hat geschworen und bereut nicht, du bist Priester ewiglich, auf mein Wort, Malkiçedeq; wegen des Wortes des Malkiçedeq.

8Deshalb heißt es: und er war Priester dem höchsten Gott; er war Priester, nicht aber waren seine Nachkommen Priester.

9ZWISCHEN DEM, DEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST, UND DEM, DEM NUR DIE SPEISE ABGELOBT IST, BESTEHT KEIN ANDERER UNTERSCHIED ALS DER ZUTRITT UND [DIE BENUTZUNG] VON GERÄTEN, DIE NICHT ZUR ZUBEREITUNG VON LEBENSMITTELN VERWENDET WERDEN.

10WENN EINEM VON SEINEM NÄCHSTEN DIE SPEISE ABGELOBT IST, SO DARF ER IHM SCHWINGE, SIEB, MÜHLE UND BACKOFEN NICHT LEIHEN, WOHL ABER DARF ER IHM HEMD, RING, GEWAND UND OHRRINGE LEIHEN.

11GEMARA. Wer ist der Autor? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, einem des Genusses abgelobten ist sogar das Wertlose verboten.

12WENN EINEM VON SEINEM NÄCHSTEN DIE SPEISE ABGELOBT IST, SO DARF ER IHM &C. NICHT LEIHEN.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.