Nedarim — Blatt 37b

1wenn sie [am Šabbath] abhanden kommen, nicht haftbar. Ist er aber auf eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder ein Septennium gemietet, so zahle er ihm Lohn auch für den Šabbath; daher ist er, wenn sie abhanden kommen, haftbar.

2Vielmehr dürfen sie deshalb nicht am Šabbath erstmalig in der Schrift unterrichtet werden, weil die Eltern der Kinder sich dem Šabbathgebote widmenmüssen. Wenn du aber willst, sage ich: weil sie am Šabbath essen und trinken, wodurch ihnen die Welt schwer wird. Šemuél sagte nämlich, die Änderung der Lebensweise sei der Leibschmerzen Anfang. –

3Weshalb erklärt derjenige, welcher sagt, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre, nicht, es sei eine Belohnung für die Beaufsichtigung? – Er ist der Ansicht: brauchen etwa Töchter beaufsichtigt zu werden!? –

4Weshalb erklärt derjenige, welcher sagt, es sei eine Belohnung für die Beaufsichtigung, nicht, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre? – Er ist der Ansicht, (die Belohnung für) die Versteilung sei aus der Tora.

5R. Iqa b. Abin sagte nämlich im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Es heißt:und sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, deutlich mit Angabe des Sinnes, sodaß sie das Gelesene verstanden. Sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, das ist die Schrift; deutlich, das ist die Übersetzung; mit Angabe des Sinnes, das sind die Absätze; das Gelesene verstanden, das ist die Versteilung, wie manche sagen, die Überlieferungen.

6R. Jiçḥaq sagte: Die Lesung der Schriftschreiber, die Auslassungen der Schriftschreiber, die zu lesenden und nicht zu schreibenden und die zu schreibenden und nicht zu lesenden [Worte] sind sämtlich Moše am Sinaj überliefert worden.

7Die Lesung der Schriftschreiber: Erde, Himmel, Miçrajim.

8Die Auslassungen der Schriftschreiber: nachher sollt ihr vorübergehen;nachher soll sie gehen;nachher werde sie aufgenommen;voran ziehen Sänger, nachher Saitenspieler;deine Gerechtigkeit gleich den Bergen Gottes.

9Zu lesende und nicht geschriebene [Worte: das Wort] Perath im [Verse:]als er ging; [das Wort] jemand im [Verse:] wie wenn [jemand] das Wort Gottes befragt; [das Wort] kommen im [Verse] wird erbaut; [das Wort] ihr im [Verse:]Entkommen; [das Wort] ihr im [Verse:]erzählt worden ist; [das Wort] mir im [Verse:] die Tenne; [das Wort] mir im [Verse:]die Gerste. Diese Worte werden gelesen und nicht geschrieben;

10folgende werden geschrieben und nicht gelesen: [das Wort] doch im [Verse:]vergeben;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.