Nedarim — Blatt 38a
1[das Wort] dieses im [Verse:]das Gebot; [das Wort] spannen im [Verse:]spannt; [das Wort] fünf im [Verse:]in der Südseite; [das Wort] wenn im [Verse:]wenn ein Löser. Diese geschrieben und nicht gelesen.
2R. Aḥa b. Ada sagte: Im Westen teilen sie folgenden Schriftvers in drei Verse:Und der Herr sprach zu Moše: Siehe, ich komme zu dir in dichtem Gewölke.
3R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Moše wurde nur von den Abfällen der Tafeln reich, denn es heißt:haue dir zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten, was abgehauen wird, sei dein.
4R. Jose b. Ḥanina sagte: Die Tora wurde nur Moše und seinen Nachkommen verliehen, denn es heißt: schreibe dir und haue dir, wie das, was abgehauen wird, dein ist, ebenso ist die Tora dein; Moše aber war damit wohlwollend und schenkte sie Jisraél. Über ihn spricht die Schrift: wer wohlwollenden Auges ist, der wird gesegnet &c.
5R. Ḥisda wandte ein:Und mir gebot der Herr in selbiger Zeit, euch Satzungen und Vorschriften zu lehren!? – Er gebot mir, und ich euch. – [Es heißt ja:]siehe, ich habe euch Satzungen und Vorschriften gelehrt, wie der Herr, mein Gott, mir geboten hat!? – Er gebot mir, und ich euch. –
6[Es heißt ja:]und nun denn, schreibt euch diesen Gesang!? – Nur den Gesang. – [Es heißt ja:] auf daß mir dieser Gesang zum Zeugen sei gegen die Kinder Jisraél!? – Vielmehr, nur die Disputation.
7R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, läßt seine Göttlichkeit nur auf dem ruhen, der kräftig und reich und weise und demütig ist. Dies alles ist von Moše [zu entnehmen]. Er war kräftig, denn es heißt:er breitete das Zelt über die Wohnung, hierzu sagte der Meister, Moše breitete es [ganz allein] aus, und es heißt:zehn Ellen die Länge des Brettes &c. – Vielleicht [war er] lang und schwach!? –
8Vielmehr, aus folgendem Schriftverse:da ergriff ich die zwei Tafeln und warf sie aus meinen beiden Händen und zerschlug sie, und es wird gelehrt: die Tafeln waren sechs [Handbreiten] lang, sechs breit und drei dick.
9Er war reich, [denn es heißt:] haue dir zurecht; was abgehauen wird, sei dein. Er war weise, denn Rabh und Šemuél sagten beide: Fünfzig Pforten der Weisheit sind in der Welt erschaffen worden, und außer einer sind sie alle Moše anvertraut worden, denn es heißt:und lässest ihn um ein Geringes Gott nachstehen. Er war demütig, denn es heißt:und der Mann Moše war sehr demütig.
10R. Joḥanan sagte: Alle Propheten waren reich, wie dies von Moše, Šemuél, A͑mos und Jona zu entnehmen ist.
11Moše, denn es heißt:nicht einem von ihnen habe ich seinen Esel genommen; wenn ohne Bezahlung, so würde dies den ausschließen, der ohne Bezahlungnimmt!? Vielmehr, auch nicht gegen Bezahlung. – Vielleicht deshalb, weil er arm war!? – Vielmehr, aus [folgendem]: haue dir zurecht, was abgehauen wird, sei dein.
12Šemuél, denn es heißt:hier bin ich, zeuget gegen mich gegenüber dem Herrn und gegenüber seinem Gesalbten: wessen Ochsen habe ich genommen oder wessen Esel habe ich genommen; wenn umsonst, so würde dies den ausschließen, der umsonstnimmt!? Vielmehr, auch nicht gegen Bezahlung. – Vielleicht deshalb, weil er arm war!? – Vielmehr, aus folgendem:und seine Heimkehr war nach Rama, denn dort war sein Haus, und hierzu sagte Raba: wo er hinging, führte er sein Haus mit.
13Raba sagte: Bedeutender ist das, was von Šemuél gesagt wird, als das, was von Moše gesagt wird. Von unserem Meister Moše heißt es: nicht einem von ihnen habe ich seinen Esel genommen, auch nicht gegen Bezahlung, Šemuél aber mietete auch nicht mit Willigung, denn es heißt:und sie sprachen: du hast uns nichts vorenthalten und uns nicht gedrückt&c.
14A͑mos, denn es heißt:da antwortete A͑mos und sprach zu Amaçja: ich bin nicht Prophet, ich bin nicht eines Propheten Sohn, sondern Rinderhirt bin ich und der Sykomoren mischt, und dies übersetzt R. Joseph: denn ich bin Kelterbesitzer, und Sykomoren habe ich in der Niederung &c.
15Jona, denn es heißt:und er gab seinen Lohn und stieg hinein; hierzu sagte R. Joḥanan, er zahlte den Preis des ganzen Schiffes, und R. Romanos sagte, der Preis des Schiffes betrug viertausend Golddenare.
16Ferner sagte R. Joḥanan: Anfangs hatte Moše die Tora gelernt und es vergessen, bis sie ihm als Geschenk gegeben wurde, denn es heißt: und er gab es Moše, wie er mit ihm ausgeredet hatte.
17FERNER DARF ER SEINE FRAU UND SEINE KINDER VERPFLEGEN, OBGLEICH JENER ZU IHRER VERPFLEGUNG VERPFLICHTETIST; JEDOCH DARF ER SEIN VIEHNICHT FÜTTERN, OB EIN REINES ODER EIN UNREINES. R. ELIÉZER SAGT, ER DÜRFE DAS UNREINE FÜTTERN, NIGHT ABER DAS REINE. SIE SPRACHEN ZU IHM: WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM UNREINEN UND EINEM REINEN? ER ERWIDERTE IHNEN: VON EINEM REINEN GEHÖRT DIE SEELE DEM HIMMEL UND DER KÖRPER IHM, VON EINEM UNREINEN GEHÖREN
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.