Nedarim — Blatt 54b
1denn pflichtet etwa R. A͑qiba nicht bei, daß er anzufragenhat? Als diese Lehre Raba vorgetragen wurde, sprach er: Naḥmanihat recht. –
2Wer ist der Autor, der gegen R. A͑qiba streitet? – Es ist R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: Wer sich Fleisch abgelobt, dem ist jede Fleischart verboten, auch sind ihm Kopf, Füße, Schlund, Leber, Herz und Geflügel verboten; erlaubt ist ihm nur das Fleisch von Fischen und Heuschrecken.
3R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wer sich Fleisch abgelobt, dem sei jede Fleischart verboten, Kopf, Füße, Schlund, Leber, Herz und Geflügel aber erlaubt, und selbstverständlich Fleisch von Heuschrecken und Fischen. Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Gamliél, das Geweide sei kein Fleisch, und wer dieses ißt, sei kein Mensch. Wer sie wie Fleisch ißt, ist hinsichtlich des Einkaufenskein Mensch. –
4Nach dem ersten Autor ist ihm Geflügelfleisch deshalb verboten, weil der Beauftragtediesbezüglich anfragt, und dies tut er ja auch inbetreff des Fischfleisches, denn wenn er kein Fleisch findet, fragt er an, ob er, [wenn er kein Fleisch findet,] Fische bringen solle; somit sollten sie ihm verboten sein!?
5Abajje erwiderte: Wenn er sich zur Ader gelassen hat und keine Fische ißt. – Demnach ißt er ja auch kein Geflügel, denn Šemuél sagte, wer sich zur Ader gelassen hat und Vogelfleisch ißt, dem entflieht das Herz wie ein Vogel. Ferner wird gelehrt, man lasse sich nicht zur Ader nach [dem Genusse von] Fischen, Geflügel und gesalzenem Fleische. Ferner wird gelehrt, wer sich zur Ader gelassen, hat, esse kein Fett, keinen Käse, keine Eier, keine Kresse, kein Geflügel und kein gesalzenes Fleisch!? – Anders verhält es sich beim Geflügel, das gesotten gegessen werdenkann.
6Abajjeerklärte: Wenn ihmdie Augen schmerzten, und Fische sind für die Augen schädlich. – Demnach sollte er [erst recht] Fische essen, denn Šemuél sagte [ein Merkzeichen]: Nun, Samakh, A͑jinbedeutet: Fisch [Nuna] ist Heilmittel [Sama]für das Auge [A͑jin]!? – Dies nach Beendigung des Leidens.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.