Nedarim — Blatt 59a
1Ich will dir sagen: beim Zehnten erfolgt es durch das Häufen.
2Rami b. Ḥama wandte ein: [Sagt jemand:] Qonam seien mir diese Früchte. Qonam seien sie für meinen Mund, Qonam seien sie meinem Munde, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse verboten; [sagt er: Qonam,] daß ich sie nicht esse, daß ich sie nicht koste, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse erlaubt. Dies nur bei Dingen, deren Saat [in der Erde] zergeht, bei Dingen aber, deren Saat nicht [in der Erde] zergeht, sind ihm sogar die Erzeugnisse der Erzeugnisseverboten.
3R. Abba erwiderte: Anders verhält es sich beim Qonam; da man dieserhalb nachsuchenkann, gleicht es Dingen, für die es eine Erlaubtmachunggibt, die sich in der Mehrheit nicht verlieren. –
4Auch bei der Hebe kann man janachsuchen, dennoch verliert sie sich in der Mehrheit!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Seá unreine Hebe in weniger als hundert Profanes gefallen ist, so lasse man sieverfaulen. Wenn aber in hundert, verliert sie sich!? – Ich will dir sagen, hier wird von Hebe in der Hand des Priesters gesprochen, wegen der man nicht mehr nachsuchen kann. –
5Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Ist sie rein, so ist sie an einen Priester zu verkaufen!? – Vielmehr, wenn sie einem Jisraéliten von priesterlichem Hause, vom Vater seiner Mutter, zugefallen ist. –
6Wieso lehrt er demnach im Schlußsatze, sie sei mit Ausnahme des Wertes der einen Seáan einen Priester zu verkaufen!? –
7Vielmehr, allerdings ist das Nachsuchen beim Qonam Gebot, wegen der Lehre R. Nathans, denn R. Nathan sagte, wenn jemand etwas gelobt, sei es ebenso als würde er eine Opferhöhe bauen, und wenn er es einlöst, als würde er darauf opfern, welches Gebot des Nachsuchens aber gibt es bei der Hebe!?
8Der Text. R. Joḥanan sagte: Wenn man eine Litra Zwiebeln zubereitetund gepflanzt hat, so ist der Zehnt dem ganzen entsprechend zu entrichten. Raba saß und trug diese Lehre vor, da sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und deinen Lehrer R. Joḥanan hören, wo ist denn das Erlaubte an ihnen hingekommen!? Dieser erwiderte: Haben wir etwa nicht desgleichen gelernt? Wenn auf ZwiebelnRegen gekommen ist und sie gewachsen sind,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.