Nedarim — Blatt 67b

1Ist dies etwa nicht selbstverständlich?

2Wenn du aber willst, sage ich: unter seinist die Antrauung zu verstehen. –

3Vielleicht kann der Vater allein oder der Verlobte allein es aufheben!? – Wozu hieße es demnach, daß, wenn sie sich im Hause ihres Vaters befindet, er es hindern kann: wenn neben dem Verlobten der Vater allein es aufheben kann, um wieviel mehr, wenn kein Verlobter da ist!? –

4Vielleicht benötigt der Vater des Verlobten, der Verlobte aber kann es allein aufheben!? Wolltest du erwidern, demnach brauchte der Allbarmherzige es nicht vom Vater zu schreiben, so ist dies nötig, um zu lehren, daß, wenn [der Vater] es bestätigt hat, es bestätigt sei. –

5Wozu schrieb demnach der Allbarmherzige: wenn sie im Hause ihres Mannes gelobt: wenn neben dem Vater der Verlobte allein es aufheben kann, um wieviel mehr wenn kein Vater da ist!? –

6Vielleicht besagt [der Schriftvers:] wenn sie im Hause ihres Mannes gelobt, daß der Ehemann nicht Vorherigesaufheben kann,

7und hieraus eben, daß der Verlobte Vorheriges aufheben kann!?

8Wahrscheinlich vielmehr wegen des Anteils des Vaters.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.