Nedarim — Blatt 6b
1R. Papa fragte: Gilt der Ansatz bei der Antrauungsformeloder nicht. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut, und zu einer anderen sagt: und du auch, so ist es ja selbstverständlich, denn dies ist die eigentliche Antrauungsformel!? – Vielmehr, wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut, und zu einer anderen sagt: und du. Sagen wir, er meinte zur anderen: und auch du, somit bezieht sich die Antrauung auch auf die andere, oder aber meinte er bei der anderen: und du siehst es, und die Antrauung bezieht sich nicht auf die andere? –
2Wieso ist dies R. Papa fraglich, R. Papa sprach ja zu Abajje: ist Šemuél denn der Ansicht, Ansätze, die nichts beweisen, gelten als Ansätze!? Demnach ist R. Papa der Ansicht, bei der Antrauungsformel gelte der Ansatz. – Er richtete an Abajje eine von [zwei Fragen] über die Ansicht Šemuéls.
3R. Papa fragte: Gilt der Ansatz beim Eckenlasseoder nicht. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: dieses Beet sei Eckenlaß, unddieses auch, so ist es ja richtig Eckenlaß!? – Er fragt hinsichtlich des Falles, wenn jemand sagt: und dieses, nicht aber: auch. Wie ist es nun? –
4Demnach ist, wenn jemand ein ganzes Feld als Eckenlaß bestimmt, dieses Eckenlaß!? –
5Freilich, denn es wird gelehrt: Woher, daß man, wenn man es will, sein ganzes Feld als Eckenlaß bestimmen kann? Es heißt:dein Eckfeld.
6Sagen wir, da der Eckenlaß mit den Opfern verglichen wird, so ist, wie bei diesen der Ansatz gültigist, auch beim Eckenlaß der Ansatz gültig, oder werden sie nur hinsichtlich des Verbotes des Versäumens miteinander verglichen? – Wo werden sie miteinander verglichen? – Es wird gelehrt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.