Nedarim — Blatt 78a
1das ist das Wort, der Gelehrte kann es auflösen, nicht aber kann der Ehemann es auflösen. Ein Anderes lehrt: Das ist das Wort, der Ehemann kann [das Gelübde] aufheben, nicht aber kann der Gelehrte es aufheben. Man könnte nämlich [folgern:] wenn der Ehemann, der es nicht auflösen kann, es aufheben kann, wie sollte der Gelehrte, der es auflösen kann, es nicht aufheben können!? Daher heißt es: das ist das Wort, der Ehemann kann es aufheben, nicht aber kann der Gelehrte es aufheben.
2Hierbei heißt es: das ist das Wort, und dort beim außerhalbGeschlachteten heißt es:das ist das Wort, wie beim außerhalb Geschlachteten Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél, ebenso im Abschnitte von den Gelübden Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél, und wie hierbei die Stammeshäupter, ebenso dort die Stammeshäupter. –
3Von welcher Bedeutung ist diesbeim Abschnitte von den Gelübden? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Daß drei Laien zulässigsind. – Es heißt ja aber: die Stammeshäupter!? R. Ḥisda, nach anderen R. Joḥanan, erwiderte: Ein einzelner Autorisierter. –
4Von welcher Bedeutung sind die Stammeshäupter beim außerhalb Geschlachteten? R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß es beim Heiligen ein Nachsuchengibt. –
5Worauf deutet nach der Schule Šammajs, welche sagt, beim Heiligen gebe es kein Nachsuchen, [das Wort] die Stammeshäupter beim außerhalb Geschlachteten? – Die Schule Šammajs hält nichts von der Wortanalogie. –
6Wozu heißt es im Abschnitte von den Gelübden: das ist das Wort? – Um zu sagen, nur der Gelehrte könne [das Gelübde] auflösen, nicht aber könne der Ehemann es auflösen; nur der Ehemann könne es aufheben, nicht aber könne der Gelehrte es aufheben. –
7Wozu heißt es beim außerhalb Geschlachteten dies ist das Wort? – Um zu sagen, man sei schuldig nur wegen des Schlachtens, nicht aber wegen des Abkneifens. –
8Woher ist nach der Schule Šammajszu entnehmen, daß drei Laien zulässigsind? – Sie entnimmt dies aus einer Lehre des R. Asi b. Nathan:
9Es heißt:und Moše sagte den Kindern Jisraél die Feste des Herrn. Hierzu wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Die Feste sind ihnen gesagt worden, nicht aber der gewöhnliche Šabbathmit ihnen. Ben A͑zaj sagte: Die Feste sind ihnen gesagt worden, nicht aber der Abschnitt von den Gelübden mit ihnen.
10R. Asi b. Nathan war diese Barajtha schwierig; da ging er zu R. Šešeth nach Nehardea͑, wo er ihn nicht traf, und folgte ihm nach Maḥoza. Er sprach zu ihm: Wieso heißt es, die Feste des Herrn seien ihnen gesagt worden, nicht aber der gewöhnliche Šabbath mit ihnen, der Šabbath wird ja mit ihnengenannt!?
11Und wieso heißt es ferner, die Feste des Herrn seien ihnen gesagt worden, nicht aber der Abschnitt von den Gelübden mit ihnen, er steht ja danebengeschrieben!? Dieser erwiderte: Er meint es wie folgt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.