Nedarim — Blatt 86a
1R. Ila erwiderte: Ist etwa, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: dieses Feld, daß ich dir verkaufe, sei geheiligt, sobald ich es von dir zurückkaufe, dieses nicht heilig?
2R. Jirmeja wandte ein: Ist es denn gleich; das Feld, das er ihm verkaufen will, ist immerhin jetzt in seiner Hand, aber hat es denn eine Frau in ihrer Hand, ihre Handarbeitzu heiligen!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verkauft habe, sei geheiligt, sobald ich es von dir zurückgekauft habe; ist es etwa heilig!?
3R. Papa wandte ein: Ist es denn gleich; beim Verkaufe ist die Sache abgeschlossen, ist sie aber bei der Frauabgeschlossen!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verpfändet habe, sei geheiligt, sobald ich es von dir ausgelöst habe; ist es etwa nicht heilig!?
4R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Ist es denn gleich; beim Felde liegt es ja in seiner Hand, es auszulösen, aber liegt es denn in der Hand der Frau, geschieden zu werden!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt; das Feld, das ich dir auf zehn Jahre verpfändet habe, sei geheiligt, sobald ich es von dir ausgelöst habe; ist es etwa nicht heilig?
5R. Aši wandte ein: Ist es denn gleich; da ist [eine Frist] festgesetzt, bei der Frau aber ist ja nichts festgesetzt!?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.