Nedarim — Blatt 9a

1SAGT JEMAND:] WIE DAS GELOBTE DER FREVLER, SO IST DIES EIN GELÜBDE DES NAZIRATES, DES OPFERS UND DES EIDES. [SAGT ER:] WIE DAS GELOBTE DER REDLICHEN, SO HAT ER NICHTSGESAGT. WENN ABER: WIE IHR GESPENDETES, SO IST DIES EIN GELÜBDE DES NAZIRATES UND DES OPFERS.

2GEMARA. Vielleicht meinte eres wie folgt: wie das Gelobte der Frevler gelobe ich nicht!? Šemuél erwiderte: Wenn er sagt: wie das Gelobte der Frevler, ich will sein, [nehme] auf mich, davon. ‘Ich will sein’, im Nazirat; ‘[nehme] auf mich’, ein Opfer [darzubringen]; ‘davon’, mir abgeschworen. –

3«‘Ich will sein’, im Nazirat.» Vielleicht meinte er: ich will sein, im Fasten!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir vor ihm vorübergeht. –

4«’Davon’, mir abgeschworen.» Vielleicht meinte er: daß ich davon essen werde!? Raba erwiderte: Wenn er sagt: daß ich davon nicht essen werde. –

5Wozu braucht diesdemnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben: er hat ja keinen Schwur aus dem Munde hervorgebracht, so lehrt er uns.

6[SAGT ER:] WIE DAS GELOBTE DER REDLICHEN, SO HAT ER NICHTS GESAGT. WENN ABER: WIE IHR GESPENDETES, SO IST DIES EIN GELÜBDE &C. Welcher Autor unterscheidet zwischen Gelobtem und Gespendetem, doch wohl weder R. Meír noch R. Jehuda!?

7Es wird nämlich gelehrt: Besser, du gelobst nicht &c. Besser als das eine unddas andere, überhaupt nicht geloben – so R. Meír; R. Jehuda sagt: besser als das eine und das andere, man gelobe und haltees. –

8Du kannst auch sagen, es sei R. Meír,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.