Nidda — Blatt 10a
1Wie ist es, wenn es darauf an den Perioden wahrnimmt? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Das erste und das zweite Mal hat es an seiner Zeit genug, das dritte Mal ist es [rückwirkend] einen Stundentag oder von der [vorletzten] Untersuchung bis zur [letzten] Untersuchung unrein.
2«Wenn abermals drei Menstruationsfristen verstrichen sind und es wahrnimmt, so hat es an seiner Zeit genug.» Wie ist es, wenn es dann an den Perioden wahrnimmt?
3R. Kahana erwiderte im Namen R. Gidels im Namen Rabhs: Das erste Mal hat es an seiner Zeit genug, das zweite Mal ist es [rückwirkend] einen Stundentag oder seit der [vorletzten] Untersuchung bis zur [letzten] Untersuchung unrein. —
4Dies nach Rabbi, welcher sagt, mit zweimal erfolge eine Feststellung;
5wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn drei Menstruationsfristen verstrichen sind und es wahrgenommen hat, so hat es an seiner Zeit genug, nach R. Elie͑zer!?
6Wolltest du erwidern, tatsächlich nach Rabbi, nur sei er bei den Menstruationsfristen der Ansicht R. Elie͑zers, so ist er ja nicht seiner Ansicht, denn es heißtja: nachdem er sich erinnert hatte!? — Vielmehr, dies nach R. Elie͑zer, und bei den Menstruationsfristen ist er der Ansicht Rabbis.
7Sein Blutfleck zwischen der ersten und der zweiten [Wahrnehmung] ist rein, zwischen der zweiten und der dritten ist er, wie Ḥizqija sagt, unrein, und wie R. Joḥanan sagt, rein. Ḥizqija sagt, er sei unrein, denn da es unrein ist, wenn es wahrnimmt, so ist auch sein Blutfleck unrein; R. Joḥanan sagt, er sei rein, denn da es sich nicht im Zustande der Blutung befindet, so ist auch sein Blutfleck nicht unrein.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.