Nidda — Blatt 16a
1eine Art Fehlgeburt. —
2Es heißt ja aber: um zu sehen, ob sie eine männliche oder eine weibliche sei!? —
3Er meint es wie folgt: ein Priester kam und schaute hinein, um zu sehen, ob sie eine Fehlgeburt oder eine Luftblase abortiert hatte, und wenn eine Fehlgeburt, (um zu sehen,) ob eine männliche oder eine weibliche.
4Wenn du aber willst, sage ich: da dort Wiesel und Iltisse waren, so hatten sie sie entschieden verschleppt.
5Sie fragten R. Naḥman: Ist die [Beachtung der] Periode aus der Tora oder rabbanitisch?
6Er erwiderte ihnen: Da unser Genosse Hona im Namen Rabhs sagte, eine Frau, die eine regelmäßige Periode hat, aber als die Zeit ihrer Periode herangekommen war, sich nicht untersucht und später wahrgenommen hat, berücksichtige ihre regelmäßige Periode und berücksichtige ihre Wahrnehmung, so ist hieraus zu entnehmen, daß die [Beachtung der] Periode aus der Tora ist.
7Manche sagen, er habe ihnen wie folgt erwidert: Nur wenn wahrgenommen, hat sie aber nicht wahrgenommen, berücksichtige sie nichts. Somit ist hieraus zu entnehmen, daß die [Beachtung der] Periode rabbanitisch ist
8Es wurde gelehrt: Wenn eine Frau eine regelmäßige Periode hat, und als die Zeit ihrer Periode herangekommen war, sich nicht untersucht, später aber sich untersucht hat, so ist sie, wie Rabh sagt, wenn sie sich untersucht und unrein gefunden hat, unrein, und wenn rein, rein. Šemuél aber sagt, auch wenn sie sich untersucht und rein gefunden hat, sei sie unrein, weil der Gast sich zur Zeit einstellt.
9Es wäre anzunehmen, daß sie über die [Beachtung der] Periode streiten; einer ist der Ansicht, sie sei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, sie sei rabbanitisch.
10R. Zera erwiderte: Alle sind der Ansicht, die [Beachtung der] Periode sei aus der Tora, nur gilt eines von dem Falle, wenn sie sich innerhalb der Dauer der Blutunguntersuchthat, und eines von dem Falle, wenn sie sich nicht innerhalb der Dauer der Blutung untersuchthat.
11R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Sie streiten über die [Beachtung der] Periode selber; einer ist der Ansicht, die [Beachtung der] Periode sei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, die [Beachtung der] Periode sei rabbanitisch.
12R. Šešeth sagte: Hierüber [streiten] folgende Tannaím: R. Elie͑zer sagt, sie seials Menstruierende unrein,
13und R. Jehošua͑ sagt, sie untersuche sich. Diese Tannaím führen denselben Streit, wie die folgenden Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: R. Meír sagt, sie sei als Menstruierende unrein, und die Weisen sagen, sie untersuche sich.
14Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt. Es wird gelehrt: Wenn sie in einem Versteckewar, und als die Zeit ihrer Periode kam, sich nicht untersucht hat, so ist sie rein, weil die Angst die Blutung zurückhält. Nur wenn Angst vorliegt, wenn aber keine Angst vorliegt, ist sie unrein. Demnach ist die [Beachtung der] Periode aus der Tora.
15Es wäre anzunehmen, daß hierüber auch folgende Tannaím streiten. Es wird gelehrt: Hat sie Blut infolge einer Wunde wahrgenommen, selbst in den Tagen ihrer Menstruation, so ist sie rein — so R. Šimo͑n b. Gamliél.
16Rabbi sagt, hat sie eine regelmäßige Periode, so berücksichtige sie ihre Periode.
17Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, die [Beachtung der] Periode sei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, die [Beachtung der] Periode sei rabbanitisch.
18Rabina erwiderte: Nein, alle sind der Ansicht, die [Beachtung der] Periode sei rabbanitisch, und hier streiten sie, ob der Ort der Quelle unrein ist.
19R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, die Frau sei zwar rein, das Blut aber unrein, weil es über die Quellekommt,
20und Rabbi sprach zu ihm: Berücksichtigst du die Periode, so ist auch die Frau unrein, und berücksichtigst du die Periode nicht, so ist auch der Ort der Quelle rein.
21DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, SIE BRAUCHE ZU JEDEM GESCHLECHTSAKTE ZWEI WISCHLAPPEN, ODER SIE VOLLZIEHE DEN GESCHLECHTSAKTBEIM SCHEINE DES LICHTES, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, SIE HABE MIT ZWEI WISCHLAPPEN FÜR DIE GANZE NACHT GENUG.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.