Nidda — Blatt 25b
1vielmehr untersuche man sie mit Öl, denn Öl ist mild und macht sie klar, auch untersuche man sie nur vor der Sonne.
2Wie untersuche man sie? — Wie man sie untersuche, wie wir eben gesagt haben!? — Vielmehr, womit untersuche man sie, um festzustellen, ob es ein männliches oder ein weibliches Wesen ist.
3Abba Šaúl b. Naš, manche sagen, Abba Šaúl b. Ramas, erwiderte: Man hole ein Spänchen mit glatter Spitze und tippe damit auf diese Stelle; hakt es, so ist es ein männliches, wenn aber nicht, so ist es ein weibliches.
4R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies nur dann, wenn von unten nach oben, wenn aber seitlich, so können es die Wände des Muttermundes sein.
5R. Ada b. Ababa sagte: Es wird gelehrt: Ist es ein weibliches, die Scheide .wie [das Spältchen] eines gespaltenen Gerstenkorns. R. Naḥman wandte ein: Vielleicht ist es der Hodenspalt!? Abajje erwiderte: Wenn sogar die Hoden selber nicht zu merken sind, wie sollte der Hodenspalt zu merken sein!?
6R. A͑mram sagte: Es wird gelehrt: Seine beiden Hüften wie zwei Fäden Glanzwolle. Hierzu sagte R. A͑mram: Wie Einschlagfäden. Und die beiden Arme wie zwei Fäden Glanzwolle. Hierzu sagte R. A͑mram: Wie Kettenfäden.
7Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, triff keine Entscheidung, bis es Haare hat. — Kann Šemuél dies denn gesagt haben, Šemuél sagte ja, sie habe ob so oder sozu berücksichtigen!?
8R. Ami b. Šemuél erwiderte: Mir wurde es von Meister Šemuél erklärt: sie hat wohl zu berücksichtigen, die Reinheitstageaber werden ihr nur dann gewährt, wenn es Haare hat. —
9Demnach ist dies Samuel zweifelhaft, aber einst wurde ja Meister Šemuél eine Eihaut vorgelegt, und er sagte, sie sei einundvierzig Tage alt, und als man nachrechnete seit dem Tage, an dem sie ein Reinheitsbad genommen hatte, bis zu jenem Tage, und es nur vierzig Tage waren,
10sagte er, jener habe ihr während ihrer Menstruation beigewohnt, und als man ihn band, gestand er es ein!? — Anders Šemuél, der groß an Kunde war.
11HAT EINE FRAU EINEN SANDEL AUSGESTOSSEN. Die Rabbanan lehrten: Ein Sandel gleicht einem Fische des Meeres. Ursprünglich war er eine richtige Geburt, nur wurde sie zerdrückt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der Sandel gleiche der Zunge eines großen Rindes. Im Namen unserer Meister bekundeten sie, der Sandel müsseeine Gesichtsform haben.
12R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, der Sandel müsse eine Gesichtsform haben. R. Ada sagte im Namen des R. Joseph im Namen des R. Jiçḥaq: Der Sandel muß eine Gesichtsform haben, wenn auch nur hinten. Wie wenn jemand, dem sein Nächster eine Maulschelle versetzt, das Gesicht nach hinten wendet.
13In den Tagen des R. Jannaj wollten sie den Sandel ohne Gesichtsform als reinerklären, da sprach R. Jannaj zu ihnen: Ihr erklärt Geburten als rein. —
14Es wird ja aber gelehrt, im Namen unserer Meister bekundeten sie, der Sandel müsse eine Gesichtsform haben!? R. Rebaj b. Abajje erwiderte im Namen R. Joḥanans: Diese Lehre stammt aus einer Bekundung des R. Neḥunja. R. Zee͑ra sprach: R. Bebaj hat bei dieser Lehre Glück gehabt. Ich und er saßen beide vor R. Joḥanan, als er diese Lehre vortrug; er aber hat das Glück gehabt, mir zuvorzukommen und es zu sagen. —
15Wozu erwähnten sie überhaupt den Sandel, es gibt ja keinen Sandel ohne Geburt!? —
16Ist eine weibliche Geburt dabei, so ist dem auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn eine männliche Geburt dabei ist.
17Da R. Jiçḥaq b. Ami gesagt hat, wenn die Frau zuerst Erguß hat, gebäre sie ein Männliches, und wenn der Mann zuerst Erguß hat, gebäre sie ein Weibliches, so könnte man glauben, wie dieses männlich ist, sei auch jener männlich
18so lehrt er uns, sie können gleichzeitig Erguß gehabt haben, eines ist männlich und eines weiblich.
19Eine andere Erklärung: Damit sie, wenn sie eine weibliche Geburt vor Sonnenuntergang und einen Sandel nach Sonnenuntergang abortiert,
20die Menstruations [tage] mit der ersten und mit der anderen beginne. —
21Wozu wird vom Sandel im
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.