Nidda — Blatt 27b
1die Mehrheit erlangen über ein Körnchen Erde, sodaß das Quantumvergrößert wird!?
2Vielmehr, erklärte Rabba, ist folgendes der Grund R. Šimo͑ns: das Ende gleicht dem Anfang; wie am Anfangetwas anderes als Zusatz gilt, ebenso gilt auch am Ende etwas anderes als Zusatz. —
3Welches Bewenden hat es damit? — Es wird gelehrt: Bei welcher Leiche gibt es Moder(und bei welcher Leiche gibt es keinen Moder)? Ist sie nackt in einem Sarge aus Marmor, oder auf einem Steinfliese bestattet worden, so ist dies eine Leiche, bei der es Moder gibt.
4Bei welcher Leiche gibt es keinen Moder? Ist sie in einem Gewände bestattet worden, oder in einem Sarge aus Holz, oder auf einem Ziegelpflaster, so ist dies eine Leiche, bei der es keinen Moder gibt. Sie sprechen von Modernur bei einem Verstorbenen, nicht aber bei einem Erschlagenen.
5Der Text. Ist in einen Löffel voll Moder etwas Erde gekommen, so ist er unrein, nach R. Šimo͑n aber rein. Ist ein Löffel voll Moder in einem Hause verstreut worden, so ist das Haus unrein,, nach R. Šimo͑n aber rein.
6Und beides ist nötig. Würde er nur das Erste gelehrt haben, so könnte man glauben, die Rabbanan seien ihrer Ansicht nur in diesem Falle, weil er zusammen ist, ist er aber verstreut worden, pflichten sie R. Šimo͑n bei, weil nicht eine Bezeltung und wiederum eine Bezeltungerfolgen kann.
7Und würde er nur dies gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Šimo͑n vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil nicht eine Bezeltung und wiederum eine Bezeltung erfolgen kann, in jenem Falle aber pflichte er den Rabbanan bei. Daher ist beides nötig.
8Ein Anderes lehrt: Ein Löffel und darüber voll Erde von einem Begräbnisplatzeist unrein, nach R. Šimo͑n aber rein. Was ist der Grund der Rabbanan? — Weil es nicht möglich ist, daß in einem Löffel und darüber voll Erde von einem Begräbnisplatze nicht ein Löffel voll Moder enthalten ist.
9Was ist nun, wo du ausgeführt hast, der Grund R. Šimo͑ns sei, weil das Ende dem Anfang gleiche, sein Grund bei der Nachgeburt? R. Joḥanan erwiderte: Hierbei ist das Aufgehen in der Mehrheitberücksichtigt worden.
10R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: R. Šimo͑n und R. Elie͑zer b. Ja͑qob lehren dasselbe. R. Šimo͑n lehrte das, was wir eben gesagt haben, und von R. Elie͑zer b. Ja͑qob gibt es folgende Lehre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wenn ein Großvieheinen Blutkuchen ausgestoßen hat, so ist erzu begraben, und es ist erstgeburtsfrei.
11Und hierzu lehrte R. Ḥija, er verunreinige nicht durch Berühren und nicht durch Tragen. — Weshalb ist er, wenn er nicht durch Berühren und nicht durch Tragen verunreinigt, zu begraben? — Um bekannt zu machen, daß es erstgeburtsfrei ist. —
12Demnach ist er eine richtige Geburt, wieso lehrt R. Ḥija, er verunreinige nicht durch Berühren und nicht durch Tragen? R. Joḥanan erwiderte: Hierbei ist das Aufgehen in der Mehrheitberührt worden.
13R. Ami sagte: R. Joḥanan pflichtet jedoch bei, daßdie Mutter geburtsunrein ist.
14Ein Greis sprach zu R. Ami: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: Die Schrift sagt:wenn ein Weib Samen bringt und einen Knaben gebiert, auch wenn sie nur so gebiert, wie sie Samen gebrachthat, ist sie geburtsunrein.
15Reš Laqiš sagte: Hat man eine Eihaut mit ihrer Flüssigkeil zerschlagen, so gleicht sie einem Toten, dessen Gestalt zerstörtworden ist.
16R. Joḥanan sprach zu Reš Lapiš: Woher, daß ein Toter, dessen Gestalt zerstört worden ist, rein ist? Wollte man sagen, aus folgender Lehre des R. Šabthaj im Namen des R. Jiçḥaq aus Magdala, und wie manche sagen, des R. Jiçḥaq aus Magdala im Namen R. Šabthajs: Wenn ein Toter verbrannt worden und das Gerippe noch beisammenist, so ist er unrein. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und man erklärte die großen Türenals unrein
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.