Nidda — Blatt 38b
1Wieso nicht später? – Lies: vom Mittwoch ab.
2Mar Zuṭra sagte: Was ist der Grund der früheren Frommen? Es heißt:und der Herr gab ihr Schwangerschaft; der Zahlenwert [des Wortes] herajon [Schwangerschaft] beträgt zweihunderteinundsiebzig.
3Mar Zuṭra sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, die mit neun [Monaten] gebiert, gebäre nicht vorfristig, gebiert, die mit sieben gebiert, auch vorfristig, denn es heißt: und es geschah nach Kreisungenvon Tagen, da ward Ḥanna schwanger und gebar einen Sohn; Kreisungen sind mindestens zwei und Tagen sind mindestens zwei.
4R. JOSE UND R. ŠIMO͑N SAGEN, DIE GEBURTSWEHEN DAUERN NICHT LÄNGER ALS ZWEI WOCHEN. Šemuél sagte: Was ist der Grund der Rabbanan? Es heißt:so sei sie zwei Wochen unrein, wie bei ihrer Menstruation, wie bei ihrer Menstruation, nicht aber wie bei ihrem Flusse; demnach ist ihr Fluß rein, und zwar zwei Wochen.
5Die Rabbanan lehrten: Manche rechnet auf die Geburtswehen fünfundzwanzig Tage, ohne sie zu den Flußtagen zu zählen. Und zwar: zwei außerhalbder Zeit, sieben der Menstruation, zwei nach der Menstruation, vierzehn, die das Kind reinmacht.
6Es ist nicht möglich, daß die Geburtswehen ohne Geburt sechsundzwanzig Tage betragen, ohne daß sie im Flusse gebiert. –
7Ohne Geburt reichen ja drei [Tage]!? R. Šešeth erwiderte: Lies: wo eine Geburt vorhanden ist. Raba sprach zu ihm: Es heißt ja aber: ohne Geburt!?
8Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: es ist nicht möglich, daß die Geburtswehen sechsundzwanzig Tage betragen, ohne daß sie im Flusse gebiert, wenn eine Geburt vorhanden ist; wenn aber keine Geburt vorhanden ist, sondern eine Fehlgeburt, ist sie auch bei dreien Flußbehaftete, weil bei Fehlgeburten keine Geburtswehen gelten.
9WENN [EINE FRAU] INNERHALB DER ACHTZIG [TAGE] WEGEN EINES MÄDCHENSGEBURTSWEHEN HAT, SO IST ALLES BLUT, DAS SIE WAHRNIMMT, REIN, BIS DIE GEBURT HERVORKOMMT. NACH R. ELIE͑ZER IST ES UNREIN.
10SIE SPRACHEN ZU R. ELIE͑ZER: WENN DA, WO BEI BLUTUNG WÄHREND DER ERHOLUNG ERSCHWERTWORDEN IST, BEI BLUTUNG WÄHREND DER GEBURTSWEHEN ERLEICHTERTWORDEN IST, UM WIEVIEL MEHR IST HIERBEI, WO BEI BLUTUNG WÄHREND DER ERHOLUNG ERLEICHTERTWORDEN IST, BEI BLUTUNG WÄHREND DER GEBURTSWEHEN ZU ERLEICHTERN.
11ER ERWIDERTE IHNEN: ES GENÜGT, WENN DAS GEFOLGERTEDEM GLEICHT, VON DEMES GEFOLGERT WIRD. ERLEICHTERT WORDEN IST ES BEI IHR INBETREFF DER FLUSSUNREINHEIT, WOHL ABER IST SIE ALS MENSTRUIERENDE UNREIN.
12GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Soll sie verweilen, dies schließt diejenige ein, die innerhalb der achtzig wegen eines Mädchens Geburtswehen hat, daß nämlich alles Blut, das sie wahrnimmt, rein ist, bis die Geburt hervorkommt. Nach R. Elie͑zer ist es unrein.
13Sie sprachen zu R. Elie͑zer: Wenn da, wo bei der Erholung vor der Geburt erschwert wordenist, bei Erholung nach der Geburt erleichtertworden ist, um wieviel mehr ist hierbei, wo bei Geburtswehen vor der Geburt erleichtertworden ist, bei Geburtswehen nach der Geburt zu erleichtern.
14Er erwiderte ihnen: Es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon es gefolgert wird. Erleichtert worden ist es bei ihr inbetreff der Flußunreinheit, wohl aber ist sie als Menstruierende unrein.
15Sie entgegneten ihm: Wir wollen dir in anderer Fassung erwidern: wenn da, wo bei Erholung vor der Geburt erschwert worden ist, bei dann erfolgenden Geburtswehen erleichtert worden ist, um wieviel mehr ist hierbei, wo bei Erholung nach der Geburt erleichtert worden ist, bei dann erfolgenden Geburtswehen zu erleichtern.
16Er erwiderte ihnen: Selbst wenn ihr mir den ganzen Tag erwidert, [bleibt es dabei:] es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon es gefolgert wird. Erleichtert worden ist es bei ihr inbetreff der Flußunreinheit, wohl aber ist sie als Menstruierende unrein.
17Raba sagte: R. Elie͑zer könnte die Rabbanan [auch] durch folgendes besiegen. Ihr legtaus:ihr Blut, Blut von ihr selbst, nicht aber infolge der Geburt, ebenso auch hierbei:und sie sei rein vom Flusse ihres Blutes, Blut von ihr selbst, nicht aber infolge der Geburt. –
18Vielleicht ist sie in den Menstruationstagen Menstruierende und in den Flußtagenrein!? – Die Schrift sagt:verweile sie, ein Verweilen für alles.
19VOLLE ELF TAGEBEFINDET SIE SICH IN DER ANNAHME DER REINHEIT.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.