Nidda — Blatt 41a

1schließe ich jene ein, deren Untauglichkeit in Heiligkeiterfolgt ist, und ich schließe diese aus, deren Untauglichkeit nicht in Heiligkeit erfolgt ist.

2Hier lehrt er also von der Seitengeburt, daß. sie es nicht ist. Doch wohl die Seitengeburt von Opfertieren. R. Hona, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Nein, die Seitengeburt von Erstgeborenen. –

3Von Erstgeborenen geht dies ja hervor schon aus [den Worten:]Erstling des Mutterschoßes!? –

4Wenn etwa von Opfertieren, so geht dies ja hervor aus [dem Worte] Mutter!? –

5Was soll dies: allerdings sind, wenn du von Opfertieren sagst, zwei Schriftverse nötig, einer wegen der Seitengeburt von einem profanen Tiere, die man geheiligt hat,

6und einer wegen der Seitengeburt von einem Opfertiere, und er ist der Ansicht, die Jungen von Opfertieren sind erst bei ihrem Seinheilig, wenn du aber von Erstgeborenen sagst, geht dies ja hervor schon aus [dem Worte] Erstling des Mutterschoßes!?

7Diesist auch einleuchtend. Er lehrt dies vom aktiv oder passiv zur Bestialität verwandten, dem abgesonderten, dem angebeteten und dem Mischlinge,

8und bezüglich dieser braucht es ja nicht hieraus entnommen zu werden, dies geht ja aus folgendem hervor:Vom Vieh, dies schließt das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte aus; von den Rindern, dies schließt das angebetete aus; vom Schafe, dies schließt das abgesonderte aus; und vom Schafe, dies schließt das stößigeaus.

9Und ist es denn ferner hinsichtlich des Mischlings hieraus zu entnehmen, dies geht ja aus folgendem hervor:Ein Rind oder ein Lamm oder eine Ziege; Rind, ausgenommen der Mischling; oder eine Ziege, ausgenommen das Abnorme.

10Es sind also zwei Schriftverse nötig, einer wegen eines profanen Tieresund einer wegen eines Opfertieres, ebenso sind auch hierbeizwei Schriftverse nötig.

11Die Rabbanan lehrten: Wenn sie drei Tage Geburtswehen hatte und die Geburt von der Seite gekommenist, so hat sie im Flusse geboren. R. Šimo͑n sagt, sie habe nicht im Flusse geboren. Das aus dieser Stelle herauskommende Blut ist unrein, nach R. Šimo͑n aber rein.

12Allerdings vertritt im Anfangsatze R. Šimo͑n seine Ansichtund die Rabbanan vertreten ihre Ansicht, worin aber besteht ihr Streitim Schlußsatze? Rabina erwiderte: Wenn die Geburt aus der Seite gekommen ist

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.