Nidda — Blatt 47a

1so ist er zur Teighebepflichtig, und er wird durch einen am selben Tage Untergetauchtennicht untauglich – so R. Meír und R. Jehuda; nach R. Jose und R. Šimo͑n ist er von der Teighebe frei.

2Sie glaubten, wer der Ansicht ist, die Hebe seinach der Tora [zu entrichten], sei auch der Ansicht, die Teighebe sei nach der Tora [zu entrichten], und wer der Ansicht ist, die Hebe sei rabbanitisch [zu entrichten], sei auch der Ansicht, die Teighebe sei rabbanitisch [zu entrichten]. Allerdings kann, wenn R. Jose der Ansicht ist, die Teighebe sei in der Jetztzeit rabbanitisch [zu entrichten], die Beimischung von rabbanitisch [Heiligem den Teig] von der rabbanitischen Teighebepflicht entheben,

3aber kann denn, wenn du sagst, die Teighebe sei nach der Tora [zu entrichten], die Beimischung von rabbanitisch [Heiligem] ihn von der nach der Tora Pflichtigen Teighebe entheben!? –

4Vielleicht ist R. Jose der Ansicht, die Hebe sei zur Jetztzeit nach der Tora [zu entrichten], die Teighebe aber rabbanitisch.

5Wie auch R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwidert hat. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erzählte nämlich: Ich traf die Jünger der Schule Rabhs sitzen und vortragen: Auch nach demjenigen, welcher sagt, die Hebe sei in der Jetztzeit rabbanitisch [zu entrichten], ist die Teighebe nach der Tora [zu entrichten],

6denn in den sieben Jahren der Eroberung und in den sieben Jahren der Aufteilungwaren sie zur Teighebe verpflichtet, nicht aber zum Zehnten.

7Da sprach ich zu ihnen: Auch nach demjenigen, welcher sagt, die Hebe sei in der Jetztzeit nach, der Tora [zu entrichten], ist die Teighebe rabbanitisch [zu entrichten], denn es wird gelehrt: Hießees: wennihr kommt, könnte man verstehen, sobald zwei oder drei Kundschafterhineingekommen sind, daher heißt es:wenn ihr gekommen seid, ich spreche vom Kommen euerer Gesamtheit und nicht vom Kommen eines Teiles.

8Und als E͑zra sie hinaufführte, gingen nicht alle hinauf.

9DIE WEISEN GEBRAUCHEN BEIM WEIBEBILDLICHE BEZEICHNUNGEN: UNREIFLING, HALBREIFLING UND REIFLING. UNREIFLING, SOLANGE ES NOCH EIN KIND IST; HALBREIFLING, WENN ES SICH IM MÄDCHENALTER BEFINDET.

10VON DIESER UND VON JENER SAGTEN SIE, DER VATER HABE ANRECHT AUF IHREN FUND, IHRER HÄNDE ARBEIT UND DIE AUFLÖSUNG IHRER GELÜBDE. REIFLING, SOBALD ES MANNBAR IST; DANN HAT IHR VATER KEINE GEWALT MEHR ÜBER SIE.

11WELCHE SIND DIE ANZEICHEN? R. JOSE DER GALILÄER SAGT, SOBALD SICH EINE FALTE UNTER DER BRUST ZEIGT. R. A͑QIBA SAGT, SOBALD DIE BRÜSTE SICH SENKEN. BEN A͑ZAJ SAGT, SOBALD DIE ZITZEN DUNKEL WERDEN. R. JOSE SAGT, SOBALD DIE WARZE, WENN MAN DARAUF MIT DER HAND TIPPT UND SIE EINDRÜCKT, NUR LANGSAM WIEDER HOCHKOMMT.

12GEMARA. UNREIFLING, SOLANGE ES NOCH EIN KIND IST. Wie es heißt: am Feigenbaume röten sich die unreifen Feigen. HALBREIFLING, WENN ES SICH IM MÄDCHENALTER BEFINDET. Wie wir gelernt haben: Feigen, sobald sie zu reifenbeginnen. Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Wenn sie oben weiß werden.

13Wenn du willst, entnehme ich es hieraus:und ich ward ungeduldig über sie, und auch sie wurden meiner überdrüssig. REIFLING. Wie wenn jemand sagt: nun ist es voll.

14WELCHE SIND DIE ANZEICHEN. R. JOSE DER GALILÄER SAGT, SOBALD SICH EINE FALTE ZEIGT. Šemuél sagte: Nicht etwa, daß sich wirklich eine Falte zeigt, sondern daß, wenn sie die Hände nach hinten hält, es so erscheint, als zeige sich unter der Brust eine Falte.

15Šemuél untersuchte es bei seiner Sklavin, und er gab ihr vier Zuz Beschämungsgeld. Šemuél vertrat hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte:Ewig sollt ihr sie zur Arbeit halten, ich habe sie zur Arbeit gegeben, nicht aber zur Beschämung.

16Šemuél teilte siezu. R. Naḥman tauschtesie. R. Šešeth übergab sie einem Araber, indem er zu ihnen sprach: Achtet darauf, keine Jisraéliten [zu verleiten].

17R. JOSE SAGT &C. Was heißt Warze? Šemuél erwiderte: Die Brustwarze.

18Die Rabbanan lehrten: Folgende sind die Anzeichen der Mannbarkeit. R. Elie͑zer b. R. Çadoq sagt, sobald die Brüste baumeln; R. Joḥanan b. Beroqa sagt, sobald die Nasenspitzeblaß wird. – Wenn sie blaß wird, ist sie ja alt!? Vielmehr, sagte R. Aši, wenn die Nasenspitze sich teilt. R. Jose sagt, sobald die Wölbunggerundet ist. R. Šimo͑n sagt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.