Nidda — Blatt 49a
1und wenn du willst, sage ich: R. Šimo͑n, nämlich nach diesem Zeitabschnitte, und er hält nichts von der Annahme Rabas.
2SIE SAGTEN NÄMLICH &C. KANN &C. Wozu ist dies weiter nötig, dies lehrt er ja bereits im Anfangsatze!?
3Wolltest du sagen, weil er es anonym nach den Rabbanan lehren will, so ist es ja selbstverständlich, von einer Mehrheit und einem einzelnen ist ja die Halakha wie die Mehrheit!? –
4Man könnte glauben, der Grund R. Meírs sei einleuchtend, denn ihn unterstützen auch die Schriftverse, so lehrt er uns. Wenn du aber willst, sage ich: weil er die ähnlichen Fällelehren will.
5DESGLEICHENAUCH: EIN TONGEFÄSS, DAS [WASSER] EINDRINGENLÄSST, LÄSST AUSLAUFEN, MANCHES ABER LÄSST AUSLAUFEN UND NICHT EINDRINGEN.
6JEDES GLIED, DAS EINEN NAGEL HAT, HAT EINEN KNOCHEN;
7MANCHES ABER HAT EINEN KNOCHEN, ABER KEINEN NAGEL. WAS DURCH AUFTRETEN UNREIN WIRD, WIRD ALS LEICHENUNREINESUNREIN, MANCHES ABER WIRD ALS LEICHENUNREINES UNREIN, NICHT ABER DURCH AUFTRETEN.
8GEMARA. Was eindringen läßt, ist untauglich für das Entsündigungswasserund untauglich als Bruchstück; was nur auslaufen läßt, ist für das Entsündigungswasser tauglich und als Bruchstück untauglich.
9R. Asi sagte: Sie lehrten, beim Tongefäße gelte das Eindringen von Flüssigkeiten als Norm, und nur hinsichtlich des Bruchstückessprechen sie vom Auslaufenlassen von Flüssigkeiten. – Aus welchem Grunde? Mar Zuṭra, der Sohn R. Naḥmans, erwiderte: Weil man nicht sagt: hole ein Bruchstück für das Bruchstück.
10Die Rabbanan lehrten: Wie untersuche man ein Tongefäß, um festzustellen, ob das Loch Flüssigkeiten eindringen läßt oder nicht? Man hole eine Schüssel voll Wasser und setze den Topf hinein; ist [Wasser] eingedrungen, so ist es sicher, daß es Flüssigkeiten eindringen läßt, wenn aber nicht, so ist es sicher, daß es Flüssigkeiten nur auslaufen läßt.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.