Nidda — Blatt 60b
1eines rückwirkend und eines von dann ab. –
2Aber immerhin ist dies ja ein Einwand!? Rabina erwiderte: Das ist kein Einwand, denn er meint es wie folgt: hatte sie ihr Hemd einer Nichtjüdin geliehen, die einen Blutfleckgefunden hatte, so führe sie ihn auf diese zurück. –
3Er lehrt ja aber: oder einer, die wegen eines Blutfleckes [in Unreinheit] weilt!? – Er meint es wie folgt: oder einer, die sich in der Reinheitsblutung befindet, so führe ihn, die den Blutfleck gefundenhat, auf diese zurück.
4WENN DREI [WEIBER] ANHATTEN &C. R. NEḤEMJA &C. R. Mathna sagte: Folgendes ist der Grund R. Neḥemjas; es heißt:und rein wird sie am Boden sitzen, sitzt sie am Boden, so ist sie rein.
5R. Hona sagte im Namen R. Ḥaninas: Nach R. Meír ist er auch an der Außenseite eines Tongefäßes rein. – Selbstverständlich!? –
6Man könnte glauben, bei der Außenseite sei die Innenseite zu berücksichtigen, so lehrt er uns.
7Abajje sagte: Nach R. Meír ist er rein auch an Flicken, die keine drei zu drei [Fingerbreiten] haben, da sie weder für Arme noch für Reiche brauchbar sind.
8R. Ḥija b. R. Mathna trug im Namen Rabhs vor: Die Halakha ist wie R. Neḥemja. Da sprach R. Naḥman zu ihm: Mein Vater lehrte, einst sei ein Fall vor die Weisen gekommen, und sie erklärten sie als unrein, und du sagst, die Halakha sei wie R. Neḥemja!? –
9Welches Bewenden hat es damit? – Es wird gelehrt: Wenn zwei Weiber mit einer Handmühle gemahlen haben und Blut sich unter der einwärtigenbefindet, so sind beide unrein, wenn unter der auswärtigen, die auswärtige unrein und die einwärtige rein, und wenn zwischen beiden, beide unrein.
10Einst ereignete es sich, daß man, als sie den Ofen heizten, Blut am Rande der Badewanne und auf einem Olivenblatte fand, und als die Sache vor die Weisen kam, erklärten sie es als unrein. –
11Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Nach R. Ja͑qob ist es unrein und nach R. Neḥemja rein. Und die Weisen entschieden nach R. Neḥemja.
12WENN DREI FRAUEN IN EINEM BETTE GESCHLAFEN HABEN UND BLUT UNTER EINER VON IHNEN GEFUNDEN WIRD, SO SIND ALLE UNREIN. HAT EINE VON IHNEN SICH UNTERSUCHT UND SICH UNREIN GEFUNDEN, SO IST SIE UNREIN UND DIE BEIDEN ANDEREN REIN. SIE KÖNNEN AUCH [DEN BLUTFLECK] AUF EINANDER ZURÜCKFÜHREN. SIND SIE ZUR WAHRNEHMUNG NICHT GEEIGNET, SO BETRACHTE MAN SIE ALS GEEIGNET.
13GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Diesnur dann, wenn sie sich innerhalb der Dauer einer Blutunguntersucht hat.
14Er ist also der Ansicht des Bar Pada, welcher sagte: In einem Falle, wo der Ehemann ein Sündopfer darzubringenhat, sind ihre reinen Speisenunrein,
15in einem Falle, wo der Ehemann ein Schwebe-Schuldopfer darzubringen hat, befinden sich ihre reinen Speisen in der Schwebe, und in einem Falle, wo der Ehemann frei ist, sind ihre reinen Speisen rein.
16R. Ošaja aber sagt, auch in einem Falle, wo ihr Ehemann, ein Sündopfer darzubringen hat, befinden sich ihre reinen Speisen in der Schwebe. –
17Allerdings kann dader Dienerdas Blut zurückgehaltenhaben, wer aber sollte denn hierbei, wenn das Blut dannvorhanden wäre, es zurückgehalten haben!?
18R. Jirmeja sprach: Bei dem, was R. Oša͑ja [sagt], ist es ebenso, wie bei einem Kinde und einem Greise, die beisammen auf dem Wege gehen; solange sie sich auf dem Wege befinden, bleibt das Kind zurück, kommen sie in die Stadt, so eilt das Kind voran. Ferner sagte Abajje: Bei dem, was R. Oša͑ja sagt, ist es ebenso, als wenn jemand den Finger an das Auge legt; solange der Finger am Auge ist, bleiben die Tränen zurück, nimmt er den Finger fort, so kommen schnell Tränen hervor.
19SIE KÖNNEN [DEN BLUTFLECK] AUF EINANDER ZURÜCKFÜHREN. Die Rabbanan lehrten: Wieso führen sie ihn auf einander zurück? Ist eine schwangerund eine nicht schwanger, so führe ihn die schwangere auf die nicht schwangere zurück;
20ist eine säugende und eine nicht säugende, so führe ihn die säugende auf die nicht säugende zurück; ist eine alt und eine nicht alt, so führe ihn die alte auf die zurück, die nicht alt ist; ist eine Jungfrau und eine nicht Jungfrau, so führe ihn die Jungfrau auf die zurück, die nicht Jungfrau ist.
21Sind beide schwanger, beide säugende, beide alt oder beide Jungfrauen, so ist dies der Fall, von dem wir gelernt haben: sind sie zur Wahrnehmung nicht geeignet, so betrachte man sie
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.