Nidda — Blatt 61a

1als geeignet.

2WENN DREI WEIBER IN EINEM BETTE GESCHLAFEN HABEN UND BLUT UNTER DER MITTELSTENGEFUNDEN WIRD, SO SIND ALLE UNREIN; WENN UNTER DER EINWÄRTIGEN, SO SIND DIE BEIDEN EINWÄRTIGEN UNREIN UND DIE AUSWÄRTIGE REIN; WENN UNTER DER AUSWÄRTIGEN, SO SIND DIE BEIDEN AUSWÄRTIGEN UNREIN UND DIE EINWÄRTIGE REIN.

3DIES NUR DANN, WENN SIE IN DAS BETT VOM FUSSENDE AUS GESTIEGEN SIND, WENN ABER [ÜBER EINANDER] STEIGEND, SO SIND ALLE UNREIN. HAT EINE VON IHNEN SICH UNTERSUCHT UND SICH REIN GEFUNDEN, SO IST SIE REIN UND DIE BEIDEN ANDEREN UNREIN; HABEN ZWEI SICH UNTERSUCHT UND SICH REIN GEFUNDEN, SO SIND SIE REIN UND DIE DRITTE UNREIN; WENN ALLE DREI UND SICH REIN GEFUNDEN, SO SIND ALLE UNREIN.

4DIES IST MIT DEM FALLE ZU VERGLEICHEN, WENN EIN UNREINER SCHUTTHAUFEN MIT ZWEI REINEN HAUFEN VERMISCHT WORDEN IST: HAT MAN EINEN VON IHNEN UNTERSUCHT UND REIN GEFUNDEN, SO IST DIESER REIN UND DIE BEIDEN ANDEREN UNREIN; WENN ZWEI UND REIN GEFUNDEN, SO SIND DIESE REIN UND DER DRITTE UNREIN;

5WENN ALLE DREI UND REIN GEFUNDEN, SO SIND ALLE UNREIN – SO R. MEÍR. R. MEÍR SAGTE NÄMLICH: JEDE SACHE, DIE SICH IM ZUSTANDE DER UNREINHEIT BEFINDET, BLEIBT SOLANGE UNREIN, BIS DIR BEKANNT WIRD, WO DIE UNREINHEIT SICH BEFINDET.

6DIE WEISEN SAGEN, MAN DURCHSUCHE SOLANGE, BIS MAN AUF EINEN FELSEN ODER JUNGFRÄULICHE [ERDE] STÖSST.

7GEMARA. Weshalb unterscheidet er im Anfangsatze nichtund im Schlußsalze wohl? R. Ami erwiderte: Wenn sie sich umschlungen hatten.

8HAT EINE SICH UNTERSUCHT &C. Wozu lehrt er das Gleichnis? –

9R. Meír sprach zu den Weisen wie folgt: weshalb streitet ihr nicht über den Fall vom Blute und streitet über einen Haufen? –

10Und die Rabbanan!? – Allerdings kann da ein Rabe esfortgeschleppt haben, von wo aber soll hierbei das Blut hergekommen sein.

11Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Einst war in Kephar Saba eine Sykomore, die sich in der Annahme der Unreinheit befand; man durchsuchte sie, fand aber nichts. Als aber nach Tagen ein Wind über sie strich und sie entwurzelte, fand man einen Totenschädel in ihrer Wurzel stecken. Sie erwiderten ihm: Sollte dies ein Beweis sein? Man hatte wahrscheinlich nicht genügend durchsucht.

12Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Einst befand sich eine Grubenhöhle in der Annahme der Unreinheit; da durchsuchte man sie, bis man auf Boden stieß, glatt wie ein Fingernagel, und fand nichts. Nach Tagen gingen da Arbeiter hinein wegen des Regens, und als sie da mit ihren Äxten aufschlugen, fanden sie einen Mörservoll Gebeine. Sie erwiderten ihm: Soll dies ein Beweis sein? Man halte wahrscheinlich nicht genügend durchsucht.

13Es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte: Einst befand sich in Beth Ḥoron ein Felsen in der Annahme der Unreinheit, und die Weisen konnten ihn nicht durchsuchen, weil es sehr vielwar. Da war aber ein Greis, R. Jehošua͑ b. Ḥananja war sein Name, und er sprach zu ihnen: Holt mir Laken. Da holte man ihm Laken, und or weichte sie in Wasser und breitete sie darüber. Die reine Stelle war trocken und die unreine Stelle war feucht. Als man da darauf durchsuchte, fand man eine große Grübe voll Gebeine.

14Es wird gelehrt: Es war die Grube, die Jišma͑él, der Sohn Nethanjas, mit Erschlagenen gefüllt hatte, wie es heißt:und die Grube, in die Jišma͑él all die Leichname der Leute geworfen hatte, die durch Gedalja erschlagen wurden. –

15Erschlug sie denn Gedalja, Jišma͑él erschlug sie ja!? – Vielmehr, da er auf den Rat des Joḥanan b. Qareahachten sollte, aber darauf nicht geachtet hat, rechnet es ihm die Schrift an, als hätte er sie erschlagen.

16Raba sagte: Obgleich man üble Nachrede nicht anhören darf, so ist immerhin darauf zu achten.

17Einst ging über Leute von Galiläa ein Ruf aus, daß sie einen Menschen getötet haben, und sie kamen zu R. Tryphon und sprachen zu ihm: Möge der Meister uns verstecken. Da sprach er zu ihnen: Was mache ich nun: verstecke ich euch nicht, so sehen sieeuch, und verstecke ich euch, so sagten ja die Rabbanan, wenn man auch üble Nachrede nicht anhören darf, sei immerhin darauf zu achten, geht und versteckt euch selber.

18Und der Herr sprach zu Moše: Fürchte dich nicht. Merke, Siḥon und O͑gwaren ja Brüder, denn der Meister sagte, Siḥon und O͑g waren Söhne Aḥijas, des Sohnes Šamḥazajs, weshalb fürchtete er sich vor O͑g und fürchtete sich nicht vor Siḥon?

19R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Johaj: Aus der Antwort dieses Frommen siehst du, was in seinem Herzen war. Er sagte nämlich: Vielleicht steht ihm das Verdienst unseres Vaters Abraham bei.

20Es heißt nämlich:und es kam der Entronnene und erzählte Abraham dem Hebräer, und R. Joḥanan sagte, das war O͑g, der der Sintflut entronnen war.

21Die Rabbanan lehrten: Hat sich in einem Gewande ein Blutfleck verloren, so fahre man darüber mit den sieben Ingredienzenund gebe ihn auf. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.