Nidda — Blatt 62a
1KIMOLIA-KREIDE UND AŠLAG.
2WENN MAN ESUNTERGETAUCHT UND BEI REINEN DINGEN BENUTZT HAT, DANN DARÜBER MIT DEN SIEBEN INGREDIENZEN FÄHRT, UND [DER FLECK] NICHT VERGEHT, SO IST ES EIN FARBEN[FLECK]; DAS IN REINHEIT ZUBEREITETE IST REIN, UND MAN BRAUCHT ES NICHT [ABERMALS] UNTERZUTAUCHEN. IST ER ABER FORT ODER VERBLASST, SO IST ES EIN BLUTFLECK; DAS IN REINHEIT ZUBEREITETE IST UNREIN, UND MAN MUSS ES [ABERMALS] UNTERTAUCHEN.
3WELCHER HEISST NÜCHTERNER SPEICHEL? BEVOR MAN ETWAS GEKOSTET HAT. GRAUPENSAFT? ZERKAUTE GRAUPEN VON GESCHÄLTEN BOHNEN. URIN? DER GESÄUERT HAT.
4MAN MUSS MIT JEDEM DREIMAL REIBEN. IST MAN DARÜBER NICHT IN DER [GENANNTEN] REIHENFOLGE GEFAHREN ODER IST MAN DARÜBER MIT VLLEN SIEBEN INGREDIENZEN ZUSAMMEN GEFAHREN, SO HAT MAN NICHTS GETAN.
5GEMARA. Es wird gelehrt: Alexandrinisches Natron und nicht antipatrisches Natron.
6LAUGENSALZ. R. Jehuda sagte: Das ist Aloe. – Es wird ja aber gelehrt: Laugensalz und Aloe!? – Vielmehr, Laugensalz ist Schwefel. –
7Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Zu diesenfügten sie noch Milchkraut, Melde, Laugensalz und Aloe hinzu. Unterliegt denn, wenn Laugensalz Schwefel ist, dieses dem Siebentjahrsgesetze, wir haben ja gelernt, die Regel hierbei sei, was eine Wurzel hat, unterliege dem Siebentjahrsgesetze, und was keine Wurzel hat, unterliege nicht dem Siebentjahrsgesetze!? – Vielmehr, Laugensalz ist Aloe. – Es wird ja aber gelehrt: Laugensalz und Aloe!? – Es gibt zwei Arten Aloe.
8KIMOLIA-KREIDE. R. Jehuda erklärte: Šeloph-doç. AŠLAG. Šemuél sagte: Ich fragte alle Seefahrer, und sie sagten mir, es heiße Ašlega, befinde sich in den Löchern der Perlen und werde mit einem eisernen Nagel hervorgeholt.
9WENN MAN ES UNTERGETAUCHT UND BENUTZT &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn man darüber mit den sieben Ingredienzen gefahren ist und er nicht fort ist, und darauf mit Seife, und er fort ist, so sind die in Reinheit zubereiteten Dinge unrein. –
10Seife entfernt ja auch Farbe!? Vielmehr, wenn man darüber mit sechs Ingredienzen gefahren ist und er nicht fort ist, und darauf mit Seife, und er fort ist, so sind die in Reinheit zubereiteten Dinge unrein, denn würde er darüber von Anfang an mit der siebenten gefahren sein, so würde er vielleicht fortgegangen sein.
11Ein Anderes lehrt: Wenn er darüber mit den sieben Ingredienzen gefahren und er nicht fortgegangen war, und dies wiederholt hat, und er fortgegangen ist, so sind die in Reinheit zubereiteten Dinge rein.
12R. Zera sagte: Dies gilt nur von den reinen Dingen, die zwischen dem ersten Reinigen und dem anderen Reinigen zubereitet worden sind, die reinen Dinge aber, die nach dem zweiten Reinigen zubereitet worden sind, sind unrein, denn er hat daraufgeachtet, und er ist fort.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.