Nidda — Blatt 63a

1nur wenn man darauf achtet, sonst aber nicht.

2WELCHER HEISST NÜCHTERNER SPEICHEL. Es wird gelehrt: Wenn man seit dem Abend [vorher] nichts gekostet hat. R. Papa wollte vor Raba erklären: wie wenn jemand sagt, er habe abends nichts gekostet, da sprach Raba zu ihm: Heißt es denn abends, es heißt ja seit dem Abend, dies schließt nur den Fall aus, wenn man vorhergegessen hat.

3Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Nüchterner Speichel heißt er, wenn Mitternacht im Schlafe verstrichen ist. – Demnach hängt es vom Schlafe ab, dagegen haben wir gelernt, wenn er den ganzen Tag geschlafen hat, so heiße dies nicht nüchterner Speichel, und wenn er die ganze Nacht wach war, heiße dies nüchterner Speichel!? – Dies in dem Falle, wenn er nur eingenickt war. –

4Was heißt ‘eingenickt’? R. Aši erwiderte: Halb schlummernd und halb wachend; wenn er, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn erinnert, es weiß.

5Es wird gelehrt: Wenn er aufgestanden ist und seinen Abschnitt gelernt hat, so ist es kein nüchterner Speichel mehr. – Wieviel? R. Jehuda b. Šila erwiderte im Namen R. Ašis im Namen R. Elea͑zars: Wie der größere Teil seines Sprechens in drei Stunden.

6GRAUPENSAFT? ZERKAUTE GRAUPEN VON BOHNEN &C. Dies wäre also eine Stütze für Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, mit jedem von diesen müsse auch ein nüchterner Speichel sein. – Vielleicht ist die Mundwärme dienlich. –

7Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt. R. Jehuda sagt: Kochenden Graupensaft, und bevor [o͑ber] man Salz hineintut. –

8Woher ist es zu entnehmen, daß ‘o͑ber’ die Bedeutung ‘bevor’ hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Eis heißt:da lief Aḥimaa͑ç durch die Aue und kam vor [vajaa͑bor] den Mohren. Abajje sagte: Hieraus:und er ging vor [a͑bar] ihnen. Wenn du willst, sage ich: hieraus:vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, und der Herr an ihrer Spitze.

9URIN? DER GESÄUERT HAT. Es wird gelehrt. Wie lange muß er gesäuert haben? Drei Tage.

10R. Joḥanan sagte: Bei allen Normen der Weisen hinsichtlich der Blutflecke ist noch eine Normierung für die Normenerforderlich: ob von einem Jungen, oder von einem Greise, ob von einem Manne oder von einem Weibe, ob offen oder zugedeckt, ob im Sommeroder in der Regenzeit.

11MAN MUSS DREIMAL REIBEN. R. Jirmeja fragte: Gilt hin und herals einmal oder gilt hin und her als zweimal? – Dies bleibt unentschieden.

12IST MAN DARÜBER NICHT IN DER [GENANNTEN] REIHENFOLGE GEFAHREN. Die Rabbanan lehrten: Wenn die letzteren vor den ersteren, so werden, wie Eines lehrt, die letzteren angerechnet und die ersteren nicht angerechnet, und wie ein Anderes lehrt, die ersteren angerechnet und die letzteren nicht angerechnet.

13Abajje sprach: Nach beiden werden ihm die letzteren und nicht die ersteren angerechnet, und unter ersterensind die ersteren der Reihenfolge zu verstehen, die die letzteren beim Darüberfahren sind.

14JEDE FRAU, DIE EINE FESTE PERIODE HAT, HAT AN IHRER ZEIT GENUG. FOLGENDE SIND [ANZEICHEN] DER PERIODE: GÄHNEN, NIESEN, SCHMERZEN IN DER BAUCHGEGEND UND IM UNTERLEIBE, BLUTEN, EINE ART SCHÜTTELFIEBER BEFÄLLT SIE, UND MANCHES ÄHNLICHE. HAT SIE ESDREIMAL FESTGESTELLT, SO IST DIES DIE PERIODE.

15GEMARA. Dies haben wir ja bereits einmalgelernt: jede Frau, die eine feste Periode hat, hat an ihrer Zeit genug!? – Da handelt es sich um eine Tagesperiode, hier aber um eine Körperperiode,

16wie er auch lehrt: folgende sind [Anzeichen] der Periode: gähnen, niesen, Schmerzen in der Bauchgegend und am Unterleibe, bluten. –

17‘Bluten’, sie blutet ja andauernd!? U͑la, Sohn des R. A͑laj, erwiderte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.