Nidda — Blatt 65a
1so haben wir ja gelernt, bis die Wunde geheilt ist;
2und wenn etwa alle im Mädchenalter, wieso gibt es im Mädchenalter zwölf Monate, Šemuél sagte ja, vom Mädchenalter bis zur Mannbarkeit seien es nur sechs Monate!? Wolltest du sagen, es gebe nicht weniger, wohl aber gebe es mehr, so sagt er ja ‘nur’!?
3Und wenn er ihr etwa zwei im Minderjährigkeitsalter und zwei im Mädchenalter gewährte, so fragte ja R. Ḥenana b. Šelemja den Rabh, wie es denn sei, wenn sie das Wahrnehmungsalter unter ihrem Manne erlangt hat,
4und dieser erwiderte ihm, alle Beiwohnungen, die ervollzogen hat, gelten als eine, und die übrigen ergänzen die vier Nächte.
5und wenn er ihr etwa eine im Minderjährigkeitsalter, zwei im Mädchenalter und eine im Mannbarkeitsalter gewährte, so stimmt dies allerdings, wenn du sagst, der Mannbaren gewähre man sonst mehr, denn wie durch [die Nächte] im Minderjährigkeitsalter [die Nächte] im Mädchenalter um eine vermindert werden, ebenso werden durch die [Nächte] im Mädchenalter die [Nächte] im Mannbarkeitsalter um eine verminderte,
6wenn du aber sagst, der Mannbaren gewähre man sonst nicht mehr, sollte er dieser nur eine pflichtgemäße Beiwohnung gewährt haben und nicht mehr!? –
7Tatsächlich gewährte er ihr eine im Minderjährigkeitsalter und drei im Mädchenalter, aber nicht, wie du glaubst, alle drei Monate eine Beiwohnung, sondern alle zwei Monate eine Beiwohnung.
8Minjamin aus Saqsana machte sich auf und wollte nach der Ortschaft Šemuéls gehen und da eine Entscheidung nach Rabhtreffen, auch wenn sie bereits wahrgenommen hat, denn er sagte, Rabh unterscheide nicht zwischen wahrgenommen und nicht wahrgenommen.
9Er starb aber vorher unterwegs. Da las Šemuél über Rabh:dem Frommen stößt kein Unheil zu.
10R. Ḥenana b. Šelemja sagte im Namen Rabhs: Sobald dem Menschen die Zähneausfallen, wird auch seine Ernährung gemindert, denn es heißt:und ich gab euch Zahnleere in all euren Städten und Brotmangel in all euren Orten.
11HAT SIE BEREITS WAHRGENOMMEN ALS SIE NOCH &C. Die Rabbanan lehrten: Hat sie bereits wahrgenommen, als sie noch in ihrem Vaterhause war, so gehört, wie die Schule Hillels sagt, die ganze Nacht ihr. Man gewähre ihr einen ganzen Halbtag. Wieviel ist ein ganzer Halbtag? R. Šimo͑n b. Gamliél erklärte, eine Nacht und einen halben Tag.
12Ist sie denn so lange, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was mache er, wenn seine Kelter und seine Ölpresse unrein sind und er [Öl und Wein] in Reinheit zubereiten will? Er muß die Bretter, die Wedel und die Kübel abspülen und die Preßkörbe,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.