Nidda — Blatt 70a

1Sie ist ein Gräuel, nicht aber sind ihre Kinder ein Gräuel. –

2Wie ist es, wenn die Opfer von zwei Aussätzigen mit einander vermischt worden sind, und nachdem eines der Opfer dargebracht worden ist, einer von ihnen gestorben ist, mit demanderen?

3Er erwiderte ihnen: Er verschreibe sein Vermögen anderen, sodaß er Armer ist, und bringe ein Vogel-Sündopfer, das auch wegen eines Zweifels darzubringen ist. –

4Dazu gehört ja noch ein Schuldopfer!? Šemuél erwiderte: Wenn er sein Schuldopfer bereits dargebracht hat.

5R. Šešeth sprach: Ein so bedeutender Mann wie Šemuél sagt so etwas! Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, das Schuldopfer sei bestimmend, und da das Schuldopfer bestimmend für einen Reichen war, kann er nicht mehr das Sündopfer eines Armen bringen!?

6Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Aussätziger das Opfer eines Armen gebracht hat und reich geworden ist, oder eines Reichen, und arm geworden ist, so richte man sich nach dem Sündopfer – so R. Šimo͑n.

7R. Jehuda sagt, man richte sich stets nach dem Schuldopfer. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man richte sich stets nach den Vögeln.

8Und wenn nach R. Šimo͑n, welcher sagt, das Sündopfer sei bestimmend, so kann er ja, auch wenn das Schuldopfer noch nicht dargebracht worden ist, ein anderes bringen, denn wir wissen von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, man könne es unter Bedingung bringen!?

9Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, am folgenden Tagebringe er sein Schuldopfer und dazu sein Log [Öl], stelle sie am Nikanortorhin und spreche folgende Bedingung: ist er aussätzig, so sei dies das Schuldopfer und dazu das Log [Öl], wenn aber nicht, so sei dieses Schuldopfer ein freiwilliges Heilsopfer.

10Dieses Schuldopfer benötigt

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.