Nidda — Blatt 70b

1des Schlachtens an der Nordseite und benötigt des Besprengens der Daumen, des Stützens, des Gußopfers, des Schwingens von Brust und Schenkel, und es ist von Männern der Priesterschaft einen Tag und eine Nacht zu essen.

2Die Weisen aber pflichten R. Šimo͑n nicht bei, weil man dadurch Heiliges in den Untauglichenraum bringt. –

3Šemuél ist der Ansicht R. Šimo͑ns in einer Hinsicht und streitet gegen ihn in einer Hinsicht.

4Drei agadische Fragen. Ein Schriftvers lautet:denn ich wünsche nicht den Tod dessen, der sterben soll, und ein anderer Schriftvers lautet: denn der Herr wünschte ihren Tod!? – Eines, wenn sie Buße tun, und eines, wenn sie keine Buße tun. –

5Ein Schriftvers lautet:der kein Ansehen achtetund keine Bestechung nimmt, und ein anderer Schriftvers lautet:der Herr wird sein Angesicht zu dir erheben!? – Eines vor dem Urteilsbeschlusse und eines nach dem Urteilsbeschlusse. –

6Ein Schriftvers lautet:denn der Herr hat Çijon erwählt, und ein anderer Schriftvers lautet:denn zum Zorne und zum Grimme war mir diese Stadt von der Zeit an, wo man sie erbaute, bis auf diesen Tag!? – Eines bevor Šelomo die Tochter des Pareo͑ geheiratet hatte und eines nachdem Šelomo die Tochter des Pareo͑ geheiratet hatte.

7Drei alberne Fragen. War die Frau des Loṭverunreinigend? Er erwiderte ihnen: Ein Toter ist verunreinigend, nicht aber ist eine Salzsäule verunreinigend. –

8War der Sohn der Šunamithverunreinigend? Er erwiderte ihnen: Ein Toter ist verunreinigend, nicht aber ist ein Lebender verunreinigend. –

9Werden die Toten in der zukünftigen Welt des Besprengens am dritten und am siebenten Tagebenötigen, oder werden sie nicht benötigen? Er erwiderte ihnen: Sobald sie auferstehen werden, werden wir darüber beraten. Manche sagen: Sobald unser Meister Moše mit ihnen kommen wird.

10Drei Fragen zur Lebensart. Was tue ein Mensch, daß er weise werde? Er erwiderte ihnen: Er verbringe viel im Lehrhause und wenig mit Handel. Sie entgegneten ihm: Viele taten dies, und es nützte ihnen nicht. – Vielmehr, er flehe um Erbarmen zu dem, dessen die Weisheit ist, wie es heißt: denn der Herr verleiht Weisheit, aus seinem Munde Erkenntnis und Vernunft.

11R. Ḥija lehrte: Ein Gleichnis. Wenn ein König aus Fleisch und Blut seinen Dienern ein Mahl bereitet, reicht er seinen Freunden dar, von dem was vor ihm. –

12Was lehrt er uns damit? – Daß nicht eines ohne das andere gehe. –

13Was tue ein Mensch, daß er reich werde? Er erwiderte ihnen: Er verlege sich auf das Warengeschäft, und sein Handel sei in Redlichkeit. Sie entgegneten ihm: Viele taten dies, und es nützte ihnen nicht. – Vielmehr, er flehe um Erbarmen zu dem, dessen der Reichtum ist, wie es heißt:mein ist das Silber und mein ist das Gold. –

14Was lehrt er uns damit? – Daß nicht eines ohne das andere gehe. –

15Was tue ein Mensch, daß er männliche Kinder bekomme? Er erwiderte ihnen: Er heirate eine ihm würdige Frau

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.