Nidda — Blatt 7a

1Diese Teighebe befindet sich in der Schwebe; man darf sie nicht essen und nicht verbrennen. — Von welchem Zweifelsagten sie es? Von einem Zweifel hinsichtlich der Teighebe. — Was meint er mit einem Zweifel hinsichtlich der Teighebe? —

2Abajje und Raba erklärten beide, daß man nicht sage, dies sei von einer wahrscheinlichen [Unreinheit] gelehrt worden, wie beispielsweise bei den zweiStegen, wobei er auch bei Profanem unrein ist,

3sondern auch von einer vermutlichen. Wie wir gelernt haben: Wenn ein Flußbehafteter und ein Reiner von einem Esel [Last] abladen oder ihm aufladen, so ist er, wenn es eine schwere Last ist, unrein, und wenn es eine leichte Last ist, rein. Sie allesind rein für die Leute des Schulhausesund unrein für die Hebe. —

4Gleicht denn Profanes, von dem die Teighebe noch zu entrichten ist, der Teighebe, es wird ja gelehrt: Eine Frau, die am selben Tage untergetauchtist, darf den Teig kneten und die Teighebe abtrennen, in einen Korboder auf ein Brett legen, anlegenund [die Teighebe] benennen,

5weil [der Teig] drittgradig [unrein] ist, und drittgradiges bei Profanem reinist. Wenn du nun sagst, Profanes, von dem die Teighebe noch zu entnehmen ist, gleiche der Teighebe, macht sie ja [den Teig] unrein!?

6Abajje erwiderte: Bei dem, der Profanes sicher unrein macht, haben sie in einem Zweifel bei Profanem, von dem die Teighebe noch zu entnehmen ist, [Unreinheit] verhängt, beim am selben Tage Untergetauchten aber, der Profanes nicht sicher unrein macht, haben sie bei Profanem, von dem die Teighebe noch zu entnehmen ist, keine [Unreinheit] verhängt. —

7Die Menstruierende macht ja während des Stundentages Profanes sicher unrein, und sie haben bei ihr in einem Zweifel bei Profanem, von dem die Teighebe noch zu entnehmen ist, [keine] Unreinheit verhängt!?

8Der Meister sagte nämlich: R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erkannte esan [und erklärte], dies gelte von Profanem, das in Reinheit des Heiligen zubereitet wird, und nicht von Profanem, das in Reinheit der Hebe zubereitet wird. —

9Da ist darin keine Hebe enthalten, hierbei aberist darin liebe enthalten.

10Wenn du aber willst, sage ich: lasse den Stundentag, [dessen Unreinheit] rabbanitisch ist.

11R. ELIE͑ZER SAGTE: VIER FRAUEN HABEN AN IHRER ZEIT GENUG: DIE JUNGFRAU, DIE SCHWANGERE, DIE SÄUGENDE UND DIE ALTE. R. JEHOŠUA͑ SPRACH: ICH HÖRTE ES NUR VON DER JUNGFRAU.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.