Pessachim — Blatt 104b

1Die Halakha ist aber nicht wie er.

2Einst traf U͑la in Pumbeditha ein, und R. Jehuda sprach zu seinem Sohne R. Jiçḥaq: Geh, bringe ihm einen Korb Früchte und beobachte, wie er die Unterscheidungsformeln spricht. Er ging aber nicht selber, sondern schickte Abajje. Als Abajje zurückkam, fragte er ihn: Wie sprach er sie? Dieser erwiderte: ‘Gepriesen sei er, der zwischen Heilig und Profan schied’, und nichts weiter.

3Hierauf kehrte er zu seinem Vater zurück, und dieser fragte ihn: Wie sprach er sie? Dieser erwiderte: Ich war nicht selber bei ihm, sondern sandte Abajje, und dieser sagte mir: ‘Der zwischen Heilig und Profan schied’. Da rief jener: Die Großtuerei des Meisters und die Widerspenstigkeit des Meisters verursachte, daß der Meister nicht eine aus seinem Munde vernommene Lehre sagen kann.

4Man wandte ein: Alle Segenssprüche werden mit ‘Gepriesen’ begonnen und mit ‘Gepriesen’ geschlossen, ausgenommen die Segenssprüche über die Gebote, die Segenssprüche über Früchte, der sich an einen anderen anschließende Segensspruch und der letzte Segensspruch des Šema͑.

5Manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen, und manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’geschlossen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ begonnen. [Der Segen] ‘Der Gute und Gütige’wird mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.